Frühstück wie immer um sieben, dann mein Bad. Um acht geht‘s raus aufs Wasser, zuerst auf die Suche nach Pinguinen. Wir sehen sogar drei, pfeilschnell verschwinden sie jedes Mal im Wasser. Außerdem kreuzen schwarze, schwimmende Leguane unseren Weg zum Strand. Dort legen wir wieder eine feuchte Landung hin und begeben uns auf einen Spaziergang. Santiago ist die größte Insel, insbesondere seit dem letzten Vulkanausbruch vor rund hundert Jahren. Wir besichtigen die neuen Landmassen, das schwarze Basaltmeer. Alberto erklärt den Unterschied der verschiedenen Lavaformationen: Aa-Lava, Pi..-Lava usw. Alle Begriffe kommen aus dem Hawaiianischen, weil es dort ähnliche Vulkanformen gibt. Er zeigt uns sogar Minivulkane. In einen setze ich mich und lasse mich von Jasmin fotografieren. Gern wäre ich länger auf diesem bizarren Untergrund herumgelaufen, aber wie immer haben wir einen knappen Zeitplan. – Zeitplan: Jedes Schiff muß sich genau an stundenmäßig geplante Routen halten und wird entsprechend überwacht. Zum Schutz der Umwelt ist dies nötig, damit es eben keine unkontrollierten Besuche der Inseln geben kann. Deshalb sind aber auch spontane Handlungen, wie an einem Strand länger zu bleiben, nicht möglich.
Also zurück zum Strand und Schnorchelequipment angelegt. Weil ich so ein guter Schwimmer bin, hält sich Albertos Protest in Grenzen, als ich ihm sage, daß ich an der Küste bis zum Dingy und dann zurück schwimmen würde. Eigentlich sollen wir in Paaren schwimmen, aber seit dem ersten Ausflug bin ich davon befreit und das trotz meines Armes. Während die anderen sich noch sortieren, bin ich schon unterwegs und bestaune die Unterwasserwelt. Heimisch werde ich nie in Meeren werden, aber die Farbenpracht und das Gewimmel sind toll. Ich sehe wieder viele Fische, auch Schwärme, und Seesterne und Seeigel. Einmal schaut mich ein Seelöwe etwas komisch an und schwimmt weiter. Pinguine sehe ich keine. Draußen angekommen schwimme ich zurück und bin bald wieder am Strand, als erster, juhu. Auf Albertos Hinweis hin paddele ich nochmal in die andere Richtung, weil dort zwei Pinguine auf einem Felsen stehen und die Sonne genießen. Danach versammeln wir uns alle und kehren mit den Zodiacs zum Boot zurück. Der weiche Sandstrand und die schwarzen Lavamassen sind einfach wunderschön.
Obwohl das frühe Mittagessen vor der Tür steht, gibt es wie immer einen kleinen Snack für die fleißigen Schnorchler. Schon während des Essens setzen wir wieder die „Segel“ und fahren zur nächsten Insel: Rabida. Inzwischen ist der Himmel bedeckt und der Wind wirkt frischer. Kurz vor unserem nächsten „Tauchgang“ springen Katie und Evelin noch von ganz oben aus dem Boot ins Wasser, brr, nix für mich. Sodann sind wir dran und schnorcheln wieder nach einem Rückwärtsfall aus dem Dingy. Gut, daß ich einen Wetsuit trage, so hält sich die Kälte in Grenzen. Ich sehe wieder viel, diesmal auch Haie. Und Alberto taucht und bringt uns einen wunderschönen roten Seestern nach oben. Marvin, der Maschinist hier, lockt mit einer Wasserflasche aus Plastik etliche Haie an, aber leider bin ich nicht in seiner Nähe. Er ist ein Supertaucher und kann sogar mit den Seelöwen etwas mithalten. Unser Schnorchelgang endet auf dem roten Sandstrand direkt neben einigen Seelöwen. Wieder sind wir auf einer Insel mit ganz anderer Vegetation gelandet, schön. Hier spazieren wir nur etwas den Strand entlang und Alberto erklärt noch so einiges z.B. zu den Seelöwen. Bald kehren wir aber um und schwingen uns bei anschwappenden Wellen ins Dingy zurück, wobei der eine alte Mann ins Wasser fällt, weil er es nicht richtig macht. Auf jemanden wie ihn ist Alberto echt nicht eingestellt. Letztlich sind wir aber alle bald darauf glücklich an Bord und schon geht es wieder los: 3h Richtung turtles cove, Baltra.
Der Himmel zieht weiter zu, aber nix passiert. Oh, doch! Ein Rudel Delphine kreuzt unseren Weg, einer springt superhoch und macht Rückwärtssalti, als wenn er sich gerade ganz doll freuen würde. Die anderen springen auch und tauchen auf und ab. Direkt vor unserem Schiff kreuzen sie und der Captain dreht für Fotos eine Extrarunde. Die Delphine zu sehen, bereitet mir Freude. Danach setzen wir die Fahrt fort, bis wir kurz vor dem Essen ankommen. Ein reichhaltiges Essen inklusive Kuchen und eine Abschiedsrunde mit Cocktails – Luis/Lucho hat mir wieder einen ohne Alk gebracht- , bei der die tippings übergeben werden, und das gemeinsame Ansehen eines Videos, das Marvin von unseren Schnorchelgängen gedreht hat, beenden den Abend. Ich setze mich noch hin und arbeite wenigstens einen Teil meines Blogs auf, unterhalte mich mit Benigno und Luis, soweit ich kann. Aber beide sind sehr geduldig und verbessern mich. Sie waren eh sehr freundlich zu mir, insbesondere Luis, der Bartender. Er hat mir auch immer mit meinen Wasserbädern geholfen, am Anfang sogar den Arm mit lauwarmem Wasser abgespült und abgetrocknet. Immer wieder haben sie mich mal angelächelt. Aber auch Marvin oder der Captain Jimmy waren freundlich und haben sich mit meinem begrenzten Wortschatz abgemüht. Wahrscheinlich bin ich auch eher eine Seltenheit, weil ich durchaus ihre Nähe gesucht habe und wissen wollte, was sie so machen. Auch ihrer Aufmerksamkeit, natürlich neben den Wasserbädern, dem Schnorcheln und den Pillen, ist es meiner Meinung nach zu verdanken, daß mein Arm beinahe wieder normal beweglich und fast schmerzfrei ist. Schade, daß es nun morgen wieder zurück nach Quito geht, das gerade heute von einem Erdbeben (5.1 auf der Richterskala) erschüttert wurde. Mal sehen, wie pünktlich das Flugzeug sein kann.



































