Frühstück, igitt. Hätte ich bloß nix gegessen, schon der Gedanke an das Rührei lässt mich schaudern. Um acht kommt Joan, um uns zu einer Sightseeing-Tour abzuholen. Immerhin habe ich Eli tags zuvor überreden können, mit den anderen einfach nur mitzugehen und nicht etwa eine Extratour buchen zu müssen. Die Eintritte muß ich natürlich extra zahlen, was gar nicht so ohne ist (70 Soles für die Ruinen, 10 für Koricancha, den Sonnentempel in Cusco, jetzt überbaut von Santo Domingo).
Wir fahren rauf nach Sacsayhuaman und besichtigen den Tempel, den die Spanier fälschlich für eine Festung gehalten haben. Joan erklärt viel und gut. Die Zickzacklinien in den Außenmauern sind besonders cool. Sie symbolisieren einen Fluss bzw. die Flussgottheit. Die riesigen Steine sind exakt aufeinander gefügt und, wie das funktionierte, beschreibt unser guide gut. Der größte Stein wiegt 120 Tonnen! Danach zeigt uns Joan noch das Wasserreservoir und natürliche Ableitungen, durch die wir uns sogar hindurchschlängeln. Im Anschluss fahren wir weiter nach Q’enquo, Labyrinth, einem Opferstein. Von diesen besonderen Steinen gab es im ganzen Inkareich 328 (?), die alle sternförmig um Cusco, dem heiligen Zentrum, angeordnet sind. Auch hier erklärt Joan super, vor allem was oben auf den Steinen zu sehen ist – aber für Touris eben leider nicht mehr, nämlich eine Anlage, die genau den 21.6. anzeigt. Und wieder geht es weiter, diesmal hinein nach Cusco zum Koricancha-Tempel, dem heiligsten Tempel der Inka, einem Sonnenheiligtum, das von den Spaniern vollkommen geplündert wurde – mit Hilfe des einen Inkakönigs Atuahualpa, der Cusco eh zerstören wollte, weil es zu seinem konkurrierenden Inka-Bruder hielt. Nach der Plünderung haben die Spanier einfach oben eine Kirche bzw. ein Kloster der Dominikaner draufgesetzt. Innen drin sind noch die einzelnen Teile des ursprünglichen Tempels zu sehen, aber auch, wie Teile einfach heraus gebrochen oder in Teile des Klosters eingebettet wurden. Unsere Tour endet am wichtigsten Heiligtum, wo mal die Statue des Sonnengottes, des Inkas, gestanden hat. Dort verabschiedet sich Joan und auch wir gehen bald. Ich fühle mich wieder ziemlich kaputt und muß mich im Hotel für eine Stunde hinlegen. Mein Magen rebelliert…
Nachmittags breche ich auf und gehe ins Inkamuseum, was ganz interessant ist und wo ich unerlaubte Fotos mache, hehe. Danach fotographiere ich noch etwas rund um die Plaza de Armas und gehe nochmal zu Mac, weil tatsächlich dies das einzige ist, bei dem ich nicht schon beim Gedanken daran Widerwillen entwickle. So decke ich wenigstens ein Minimum an notwendigen Kalorien ab. Dann unternehme ich noch einen Abstecher in eine Liberia und kaufe mir ein Buch „horrible histories: incredible incas“, aus deren Reihe ich schon einige kenne. Um fünf treffen wir uns kurz mit Eli, um den nächsten Tag zu besprechen. Und er braucht dann fast 45min, um die Nummer vom Hotel in Aguas Calientes herauszufinden und ein Zimmer für mich zu bestellen. Als das erledigt ist, ziehe ich mich aufs Zimmer zurück und blogge. Aber nicht zu lange, weil wir uns um 5.30 Uhr in der Lobby zur Abfahrt treffen werden.

































