Der Morgen beginnt mit einem schmalspurigen Frühstück auf der Dachterrasse des Hostels in Arequipa, aber in der Sonne! Ohne sie oder gar nachts ist es inzwischen aus meiner Sicht bitterkalt. Selbst zwei Pullover übereinander und meine Jacke helfen nur begrenzt. Danach werden wir von unserem nächsten local guide, Lus, einer Frau, zur Fahrt nach Chivay und zum Colca Canyon abgeholt. Zuerst einmal drehen wir eine kleine Runde in Arequipa, weil Eli sein Tablet im Hotel vergessen hat. Er, der uns ständig erinnert, nur bloß nichts liegen zu lassen oder zu vergessen. Dann geht die Fahrt wirklich los. Sie führt uns weiter hinauf in die Berge – zwischen zahlreichen Vulkanen hindurch. Während der Fahrt kommen wir durch ein Naturreservat für Vikunjas, die aber leider eher etwas fotoscheu sind und nicht so nah an die Straße herankommen. Wir halten trotzdem immer mal wieder für Fotos. Bei einem Zwischenstop trinken alle außer mir einen Inkatee, der mit viel Coca zubereitet ist. Schon vorher hat uns Lus erklärt, wie man Cocablätter kaut und uns angehalten, im entsprechenden Shop Sachen mit Coca zu kaufen, damit wir mit der Höhe klarkommen. Ich bin stolzer Besitzer von zwei Cocalollies und einigen Cocacandies. Wir lutschen, kauen oder essen also Coca, um den Höhepunkt des Tages, fast 5000m, gut zu verkraften. Naja, ich kann schon mal verraten, dass es bei mir nicht geholfen hat: Am Nachmittag hatte ich trotz zweier Paracetamol heftige Kopfschmerzen…
Auf der Spitze des Berges baue auch ich dem Brauch gemäß einen kleinen Steinturm (apacheta), bei dessen Bau man sich etwas wünschen soll. Hier gibt es Türmchen, wohin man auch sieht. 🙂 Danach fahren wir weiter und halten für Fotos, diesmal Lamas, an. Am frühen Nachmittag erreichen wir Chivay und es gibt Lunch in Buffetform. Ich verzichte, weil ich Geld sparen will, da ich für ein Buffet nicht genug Hunger und ohnehin Kopfschmerzen habe. Anschließend suchen wir das Hostel auf, lassen unsere Sachen da und ziehen weiter zu den heißen Quellen in einem benachbarten Tal. Natürlich mit dem Bus! Zu ihnen gelangt man nur über eine Hängebrücke, und zwar nur je zwei Personen auf einmal. In den Quellen bzw. in einer von ihnen wurde mir mal so richtig warm. Die anderen bestellten zum Teil Bier, während ich das ruhige Liegen auf dem Wasser genoß. Wir blieben fast bis zum Einbruch der Nacht. Auf dem leicht ansteigenden Rückweg bekam ich dann so richtig Probleme: Die Hitze und die Höhe waren zuviel, ich bekam kaum noch Luft und mein Kopf hämmerte in einem gleichmäßigen Rhythmus. Gut, daß ich mich im Bus erholen konnte. Zum anschließenden Dinner bin ich nur aus Vernunft mitgegangen, um die leeren Speicher etwas zu füllen, by the way, mit Pizza. Danach schlich ich vorzeitig zurück ins Hostel und verkroch mich unter den Decken, vollkommen kaputt und gut durchgefroren. (Im Zimmer ist es übrigens richtig kalt.) Trotz der ultralauten Wahlveranstaltung auf dem Hauptplatz, also gleich um die Ecke, schlief ich schnell ein.



















