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"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." – A. v. Humboldt

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Once in a lifetime – nunca mas!! (22.7.2014)

Posted on Juli 22, 2014Mai 27, 2026 by hobbit

Heute ging es zu Tagesbeginn entspannter zu, jedenfalls soweit es den ersten Treffpunkt angeht. Allerdings hatte ich mit meinem Zimmer ein besonderes Los gezogen: Es lag genau an der Ecke von zwei „Hauptstraßen“, so daß ich jetzt allen, die es wissen wollen, mitteilen kann, daß Nasca so ziemlich genau um 6 Uhr munter wird, denn ab da hupte es teilweise so laut vor meinen Fenstern, daß ich nicht mal Musik via Mobile hören konnte. Dafür war aber über Nacht ein Wunder geschehen. Das WLAN funktionierte, weshalb ich dies gleich nutzte (s. Seelöwen). Dann trödelte ich, ließ soviel Wasser laufen, bis es heiß für die Dusche wurde, und stellte fest, daß die Steckdosen meinen Aufladern zu wenig Halt geboten hatten. Der Wackelkontakt hatte dafür gesorgt, daß nix weiter geladen war. Quel malheur! Trotzdem halbwegs frisch – frischer wurde man eh durch die überall offenen Türen und Räume – zum Frühstück, das aber fast leer geräumt war. Keine Sorge, es wurde nachgelegt. 

Um zehn fand das Treffen für den Ausflug zu den Nascalinien statt, bei dem uns Eli mitteilte, daß wegen des Wetters die Flüge verschoben werden müßten und wir die Nachmittagsstation, den Friedhof, gleich machen würden. Dazu „übergab“ er uns an Ilda, die sich als eine sehr kompetente und enthusiastische Führerin entpuppte. Mit ihr fuhren wir raus aus Nasca, wobei sie uns viel zur heutigen Stadt und den angrenzenden Tälern erzählte. So erfuhren wir z.B., daß Nasca seit fünf Jahren wächst, weil man mit dem Kupferabbau begonnen hat. Und dann erreichten wir den Friedhof, weit ab von der Panamericana gelegen und nur über eine schmale Schotterstraße zu erreichen. Aber nein halt, da war noch eine witzige Info dazwischen: Hier gibt es Eulen – lechuza – , die in Höhlen leben, und zwei von ihnen saßen vor ihrer Höhle am Boden. Jetzt aber zu den Gräbern und den echten Mumien. Ilda hat das wirklich alles super anschaulich, auch mit Zeichnungen im Schottersand, erklärt. Die Mumien sitzen in Fötusstellung nach Osten gewandt und sind aufgrund der Trockenheit – in Nasca regnet es durchschnittlich alle zwei Jahre für eine halbe Stunde – extrem gut erhalten, obwohl sie von Grabräubern ans Tageslicht gezerrt worden sind. Sie sind beeindruckend und sogar etwas disturbing, weil sie so viel echter wirken als die ägyptischen. Auf dem Friedhof liegen sogar noch Knochen und Baumwollreste, mit denen sie eingewickelt waren, herum. Und die einzelnen Körperteile wie z.B. die Zehen sind unglaublich gut erhalten. Ilda erklärte die Bestattungsformen gut und sogar spannend und beantwortete gern Fragen. Dieser Ausflug war wirklich sehenswert, übrigens ohne andere Touristen.

Dann fuhren wir mit ihr noch zu einem Töpfer, der die Nasca-Arbeiten traditionell nachmacht. Er führte den Herstellungsprozess vor, gerafft natürlich. Ein paar Dinge waren neu. Wie erzeugt man den Glanz in den Farben? Na, wer weiß es? Man nehme einen mineralischen Stein, reibe ihn am eigenen Gesicht und poliere dann sehr lange, bis zu einem Monat den gebrannten Ton. Oder wie bleiben die Farben so haltbar? Man nehme nur zermahlene Mineralien wie Kupfer, Eisen etc. und stelle aus ihnen die Farben her. Der Töpfermeister hat das sehr eindrücklich beschrieben und uns natürlich noch Nasca-Musikinstrumente und seinen Shop gezeigt. Wir hatten etwas Zeit, bevor es nun endlich zu den Rundflügen über die Nascalinien gehen sollte, da sich das Wetter sehr verbessert hatte. 

Wir erreichten den Flughafen (naja, das Rollfeld mit Gebäude) und wurden jeder erst einmal gewogen. Meine Vermutung dazu, sie würden uns nach Gewicht verteilen, sollte sich später bewahrheiten. Ich sollte mit Henny (Henrike) und Katie und zwei Französinnen in eine Sechssitzermaschine (2Piloten) einsteigen. Ich tat das … Ich saß in der Mitte links … Ich stellte nach nur max. 5min Flug fest, daß ich am liebsten sofort landen würde. Von den Linien sah ich weniger als erwartet, von meinem Magen spürte ich viel mehr. Und daran waren vor allem die Piloten Schuld, weil man anders fliegen kann, als sie es taten. Wer über die Angst der Fluggäste lacht oder bewußt spontan enge Kurven mit Richtungswechsel fliegt (dabei fast bis zu 90 Grad kippt), sollte sich über das fluchtartige Verlassen der Maschine und das Ausbleiben des tippings nicht wundern. Die Piloten kamen mir wie Jungs vor, die gerade ihr erstes schnelles Auto haben und nun protzen müssen. Für mich gab es nur eine Hoffnung: Die Piloten würden selbst überleben wollen… Zusammenfassung: Es war furchtbar und extrem teuer und ich konnte noch nicht mal viel von den Linien sehen, weil ich sie eben nicht so gut ausmachen konnte. Sie sind lange nicht so gut von oben zu sehen, wie durch Luftbilder suggeriert wird.

Nachdem alle wieder gelandet waren – der Flughafen wurde gerade dicht gemacht, weil ein Sandstürmchen aufkam – , kehrten wir zum Hotel zurück. Die anderen gingen etwas im Restaurant essen und ich zum Supermarkt (mir war immer noch komisch), um mich zu verköstigen und für die Busfahrt auszustatten. … Wir warten – jeder etwas anders – und schlagen die Zeit tot, bis der Nachtbus nach Arequipa fährt. 10 Stunden im Sitzen hinauf in die Anden…

Seelöwen in einer Sandoase (21.7.2017)
Mit dem Nachtbus nach Arequipa (23.7.2014)
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