Heute morgen haben ich erstmal gebloggt und viel gelesen und zwar soviel, dass ich mal richtig spät beim Frühstück war. Dabei konnte ich feststellen, daß es tatsächlich viele Gäste im Hotel gibt, denn die Tische waren beinahe alle besetzt. Nach einem kurzen Talk mit der „Reisetante“ und einem ausgiebigen, langsamen (lesenden) Futtern habe ich ausgecheckt und mein Gepäck im Hotel deponiert, um wieder nach Limo Centro zu fahren. Es war irre voll und den Grund habe ich praktisch sofort herausgefunden: Auf der Plaza Mayor fand ein „Umzug“ statt. Es handelte sich um einen landesweiten Wettbewerb aller Schulen, die aber schon jeweils ihren Distrikt oder so etwas in der Art gewonnen hatten, wer am besten eine tanzende Vorstellung der Schule hinlegt. Anders kann ich das nicht beschreiben. Diese Aktion soll wohl die Education voranbringen. Es waren echt tolle Kostüme und Choreographien dabei, wobei ich nur einen Teil gesehen und vor allem gehört habe, da sich das Ganze über Stunden hinzog. Meine Bewunderung galt den Kids, die das Warten darauf – kilometerweit in den Straßen, mit einigen Zwischenstationen für Aufführungen – insbesondere in den speziellen Klamotten so tapfer durchgehalten haben. (Zuerst kamen die Youngsters, dann die Seniors an die Reihe.) Leider war die Musik hoffnungslos übersteuert, so daß meine Lungen bebten, als ich etwas näher dran vorbei mußte. Witzig, was? Nicht die miese Luft, sondern die Bässe forderten meinen Lungen extrem viel ab.
Zwischendurch verfolgte ich die besondere Fassung der changing of the guards, die schon kurz nach halb zwölf begann. Zuerst spielten die Musiker direkt vor dem Zaun ein paar Stücke. Dabei sah es komisch aus, als ein Trompeter seine Noten vom Mobile ablas: in der einen die Trompete, in der anderen das Mobile! Danach folgte das Übliche und dann – Trommelwirbel – 10 min lang ein Extra des Heeres mit netter Choreographie, die aber von oben wahrscheinlich deutlich besser gewirkt hätte. Danach habe ich mich dann mal für einige Zeit von der Plaza de las Armas verabschiedet und bin durch die Hauptfußgängerzone zur Plaza de San Martin gelaufen. Ein riesiger Platz und, was soll ich sagen, dort hörte ich auch vom Umzug, da die Schüler bis dahin sich zurück stauten bzw. sich dort wohl aufstellen mußten. So hockte ich dort vor dem Standbild von San Martin, blätterte im Reiseführer und dachte über die Möglichkeit nach, noch ins Museum zu gehen. Aber eigentlich war ich viel zu müde… So entschied ich, doch einfach nur noch einen Churro zu knautschen und dann lieber in Miraflores noch an der Steilküste entlang zu ziehen.
Am frühen Nachmittag machte ich mich auf den Rückweg zum alten Hotel, um dann zum neuen zu laufen (2km). Bis zur Rezeption des Wasihotels war noch alles in Ordnung, wenn auch etwas schweißig. Doch dann kam der Hammer: Ich hätte ein Doppelzimmer gebucht und würde mir den Raum teilen müssen…. Ich war fassungslos und kochte vor Wut. Soviel Planung und Geld und dann das. Hey, ich weiß, andere Menschen können ganz angenehm sein, aber ich brauche abends, wenigstens abends meine Rückzugsmöglichkeit. Und das habe ich explizit so gesagt beim Buchen und meines Wissens nach auch bezahlt. Also kochte ich, schäumte, sprudelte und hätte gern was zum Gegentreten/schlagen gehabt. Also habe ich in meiner Verzweiflung in die alte Welt telefoniert und wurde erhört, selbst wenn ich aus dem Schlaf gerissen habe. DANKE!
Eine halbe Stunde später kam die Zimmergenossin, Deutsche aus Düsseldorf, und ich erklärte immer noch echauffiert, vermutlich zu aufgeregt, aber mit der Zeit wurde ein anderes Gespräch daraus. Dann gings um 6.30 pm zum ersten Meeting mit Eli (Elier), der die ganze Tourplanung durchging. Wir sind 14, fast das Maximum, na super! Obendrein über ein Drittel deutschsprachig, 2 Deutsche, 4 Schweizer. Sonst noch Briten, Iren, Kanadierin, Australierinnen, … Einige scheinen ganz nett, andere sind zurückhaltender. Mal schauen. Meine Liste mit Besonderheiten bin ich heute auch schon losgeworden. Ich denke, der CEO kennt mich schon ganz gut. Aber ihm verdanke ich auch meine Ruhe, innen wie außen, weil er, nachdem ich ihm von der Sache mit dem Zimmer erzählt hatte, mir in 5min ein neues Zimmer besorgt hat. Riesiger Pluspunkt, auch daß er mir etwas mit Spanisch helfen will, indem er auf meine Bitte hin zum Teil mit mir auch Spanisch spricht. Morgen bzw. heute mittag geht es los in Richtung Süden, Paracas.

Nach dem Meeting waren wir noch etwas zusammen essen – Touristenschleuder, auch wenn das bißchen Essen gut war. Irgendein typisches Kartoffelgericht – 3000 Kartoffelsorten bietet Peru – mit leckerer Soße drüber. Danach ging ich allein nach Hause, während die anderen noch was trinken gehen wollten. Aber erstens war ich müde, zweitens trinke ich kein Alkohol, drittens wollte ich nicht mehr so viele Stimmen hören, viertens mein Geld zusammenhalten.
Buenas noches!
P.s.: Schlichtweg vergessen zu erzählen. Weil ich heute einer peruanischen Schülergruppe (Erwachsene, Englischlerner) Rede und Antwort stand, bekam ich ein kleines Souvenir geschenkt. Señor de Sipan – Figur mit Pisco drin.
P.p.s.: Und die ersten kleinen Souvenirs habe ich auch schon. 🙂















