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"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." – A. v. Humboldt

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Puerto Montt – Artesanias in Angelmó (13.2.2017)

Posted on Februar 13, 2017Mai 23, 2026 by hobbit

Am Morgen ließ ich es entspannt angehen, zumal ich Zeit hatte. Meine Verabredung mit der Patrizia (vom Supermarkt-Treffen am Samstag) sollte um zehn Uhr stattfinden. Pünktlich wartete ich am vereinbarten Treffpunkt und mit nur geringer Verspätung kam sie mit ihrem Freund Jorge. Wie sich herausstellte, hatten sie leider nicht so viel Zeit wie gedacht, aber für einen Spaziergang durch Puerto Varas reichte es allemal. Wir tauschten uns aus, mal auf deutsch, mal auf englisch wegen Jorge. Doch kurz vor Mittag trennten sich unsere Wege und ich beschloss, mit dem Colectivo nach Puerto Montt zu dem Artesanias Markt in Angelmó zu fahren.

MeliPulli – versehentlich am richtigen Ort

Das Collectivo fuhr etwas anders nach Puerto Montt hinein, als ich gedacht hatte. Aber unten an der Küste hielt es im Busbahnhof und ich sprang hinaus. So, erst einmal orientieren: Smartphone gezückt und googlemaps offline gecheckt, denn dieses Mal war ich vorbereitet. Ja was ist denn das? Da drüben bin ich doch glatt dort, wo ich u.a. hinwollte. MeliPulli sind ein paar Szene-Häuser, so würden wir sagen, in denen Kunsthandwerk und entsprechendes Essen verkauft wird. Ich schlenderte einmal durch und blieb mal hier, mal dort stehen. Zuletzt verließ ich es, um einen Sammelmagneten reicher und wandte mich nach Westen.

Auf zum großen Markt in Angelmó

Dieser Markt säumt etwa über einen Kilometer die Küstenstraße, die zu einer Hafenanlage führt, da gegenüber von Angelmó eine Insel liegt. Diese wird wohl als  Badeinsel genutzt, weswegen es einen regen Bootstransfer geben soll. Gesehen habe ich aber nur ruhende Boote und bis an den Strand heranschwimmende Seelöwen, die um Aufmerksamkeit und Futter bei den Touris am Strand bettelten. Sehr niedliche Tiere.

Im Hafengebäude

In den Gebäuden am Hafen gibt es ein Restaurant neben dem anderen, aber klein und eng, fast im Gang sitzend. Man geht auf der Balustrade quasi durch die Küche, was nicht alle dort mögen. Also ging ich lieber unten lang, wo es Lebensmittel wie auf einem klassischen Markt – eine Reihe Fisch, eine Reihe Fleisch, etc. – gab. Dort erwarb ich zwei frisch gebratene Empanadas con queso, deren Käse typisch war. Warum sie hier einfach keinen guten Käse hinbekommen, ist mir ein Rätsel. Es gibt doch für alles Anleitungen im Internet!

Zurück zur Innenstadt

Auf dem Rückweg schaute ich mir die andere Straßenseite in Angelmó an, doch das langsame Gehen und Stehenbleiben tat meinem Rücken gar nicht so gut. Außerdem durfte ich bald feststellen, daß die Anzahl der Lieferanten für diesen Markt begrenzt sind. Ich will damit sagen, es wiederholte sich doch ziemlich viel und so individuelle Stücke wie auf Chiloé fand ich nicht mehr.

Nachdem ich den Markt hinter mir gelassen hatte, gelangte ich bald wieder an die Uferpromenade (Pazifik!), an der ich bis zur – na, wie heißt das hier? – richtig: Plaza de Armas gelangte. Dort steht noch die alte Kathedrale, die zwischen all den modernen Gebäuden fehl am Platze wirkt. Rundherum ist alles mehr oder weniger modern und bunt, da sieht eine Kirche aus Holz schon irgendwie komisch aus.

Ein Gespräch im Collectivo

Da ich mir dachte, nun genug von dem Städtchen Puerto Montt gesehen zu haben, machte ich mich auf die Suche nach einer Haltestelle für mein Collectivo nach Puerto Varas. Und wieder einmal ließ mich mein Richtungssinn nicht im Stich: Ich kam exakt dort an, wo es eine Zustiegsmöglichkeit gab. Und da kam auch gerade eines der vielen Collectivos. Gerade noch so aufgesprungen und, Mist, kein Sitzplatz. Aber nein, eine junge Frau spricht mich an, ich solle mich neben sie setzen, während sie ihren Jungen auf den Schoß nimmt. Meine Güte, sehe ich so alt aus? Aber nein, tröste ich mich, die Leute sind hier einfach nur hilfsbereit und freundlich. Jedenfalls entspinnt sich ein zwar mühsames, doch ein echtes Gespräch, so daß die Fahrt wie im Fluge vergeht.

Erklimm den Hügel und … du siehst auch nicht viel mehr!

Abends bleibt nach meiner Rückkehr nach Puerto Varas genug Zeit, noch auf den kleinen Haushügel zu steigen, um einen Blick auf Puerto Varas, den See und den Vulkan zu erhaschen. Allerdings muß ich mich etwas beeilen, weil ich abends noch zum Telefonieren verabredet bin. Also flugs hinauf und – ja, wie im Reiseführer beschrieben, stören inzwischen einige Bäume die Aussicht erheblich. Okok, sie sollen ja wachsen, aber in meiner Sichtlinie? Mal ganz abgesehen davon, daß diese auch noch von einer Zipline gestört wird. Noch so eine moderne Touri-Attraktion, die sich hier überall durchsetzt. Naja, der Ausflug hat sich trotzdem gelohnt, denn so habe ich noch andere Ecken von Puerto Varas kennen gelernt und das sonnige Wetter genossen. Jetzt nur noch heim, telefonieren und zu Abend essen. Und dann noch packen, denn morgen geht es nach Pucón weiter, das einen aktiven Vulkan zu bieten hat.

Chiloé – Näher als gedacht! (12.2.2017)
Pucón (14.2. – 20.2.2017)
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