Rahmenbedingungen
Dieser Eintrag wird wirklich einmal kurz ausfallen, denn die Bilder sollen den Weg veranschaulichen. Nur so viel zu den Rahmenbedingungen des Cruce Andino: Treffpunkt war für morgens um kurz vor halb neun angesetzt, doch wir starteten später, da noch Unterlagen fehlten. Deswegen wurde es sogar mit dem Erreichen des Bootes im Hafen Panuelo knapp. Die Reise über die Anden sollte den gesamten Tag dauern, vier Busfahrten und drei Schiffstouren beinhalten. Für Abwechslung war also gesorgt.

Begleitung
Noch vor dem Start der Cruce Andino Tour kam ich mit einem älteren Mann ins Gespräch, der dachte, ich käme aus Frankreich, weil mein Spanisch seiner Meinung nach einen französischen Akzent hätte. Er selbst ist Argentinier, aus Quilmes bei Buenos Aires. Inzwischen ist er (theoretisch) Renter, arbeitet aber im Sekretariat einer Schule noch etwas. Zuvor ist er Geschichtslehrer in der Oberschule und an der Universität gewesen. Seine Großeltern waren deutsche und österreichische Einwanderer, weswegen er immer noch etwas deutsch sprechen kann, auch wenn ihm typische Übertragungsfehler (z.B. das Perfekt nur mit „haben“ wie im Spanischen zu bilden) unterlaufen. Doch ist es erstaunlich, wie groß sein Wortschatz trotz mangelnder Übung noch ist. Wir kommunizieren Spanisch oder Deutsch, jeder so, wie er gerade möchte.
Schritt 1: Busfahrt von Bariloche bis zum Hafen Panuelo
Ein letzter Blick auf die Argentinische Schweiz: das Hotel Llano-Llano.

Schritt 2: Schiffstour vom Hafen Panuelo über den Nahuel Huapi

Schritt 3: kurze Busfahrt vom Hafen Blest bis zum Hafen Alegre
Der Hafen Puerto Blest kann nur mit dem Schiff erreicht werden, so daß jede Versorgung und auch die arbeitende Bevölkerung diesen Weg nehmen muß.

Schritt 4: kurze Schiffstour auf dem Lago Frias
Diese Tour war wirklich kurz: etwa 20-30min.

Schritt 5: Ausreise Argentinien, Geländetour nach Peulla
Die Ausreise dauerte eine Stunde, weil die Leute dort extrem langsam arbeiten und immer wieder die Listen der Reisenden durchgegangen werden, bis irgendetwas geschieht. Und wir standen in der Sonne…

Schritt 6: Einreise nach Chile in Peulla, Schiffstour auf dem Todos los Santos
Peulla besteht genaugenommen nur aus zwei Hotels, von denen das eine geschlossen ist, einigen ergänzenden Gebäuden (Behausung des Personals, der Guides, Oficina de las excursiones, Cafeteria) und der Einreisekontrolle. Hier gibt es zur Durchleuchtung des Gepäcks nichts, weswegen man auf die gute, alte Handarbeit – feinsäuberlich alles auspacken lassen und inspizieren (oder dem ehrlichen Gesicht trauen, wie z.B. bei mir) – zurückgreift. Und trotzdem geht es viel schneller als auf der argentinischen Seite.





Schritt 7: Busfahrt zu den Wasserfällen von Petrohue
Die Wasserfälle sehen auf den Bildern deutlich imposanter aus, als sie es dann tatsächlich sind. Allerdings ist dies wohl auch der Jahreszeit geschuldet. Doch sollte man darauf aufmerksam machen! Und trotzdem sind sie aufgrund ihrer Lage – mit dem Osorno als Panorama – „chic“. Allerdings ist es nicht so günstig gewesen, daß wir nur wenig Zeit bekamen (30min) und auch diese sogar nur auf den letzten Drücker, da lediglich bis 19 Uhr Tickets verkauft werden, wir immerhin schon um 18.55 Uhr dort eintrafen.

Schritt 8: Busfahrt nach Puerto Varas, entlang des Lago Llanquihue
Nicht alle gönnten sich den Spaß und besichtigten die Wasserfälle. Doch die meisten wohl schon. Als ich auf den letzten Drücker zurückkam, weil ich auch den anderen Weg dort gegangen / „gerannt“ war, konnte ich dem Guide sagen, daß noch ein (laufschwaches) Ehepaar fehlen müsse. Ich hatte die beiden auf dem zweiten Weg gesehen, als ich schon fast zurück war. Und sie gingen erst los! Vermutlich hatten sie die Zeitansage nicht gehört und gingen nun immer weiter. Hätte ich sie ansprechen sollen? – Wie sich nämlich herausstellte, fehlten sie auch eine halbe Stunde später noch, als wir schließlich doch abfuhren, nachdem sich der Guide das OK dazu vermutlich per Cellular geholt hatte. Es war inzwischen acht Uhr und ich damit zwölf Stunden unterwegs. Kein Wunder, daß ich bei dem gleichmäßigen Fahren ziemlich müde wurde. Doch mein argentinischer Nachbar verwickelte mich immer wieder in ein Gespräch…
Vor Puerto Varas erlebten wir dann noch einen Slow-Motion-Abschnitt, da ein undefinierbares großes Fahrzeug einfach kein Platz zum Überholen machen wollte. Also kroch der Bus hinterher. Neun Uhr! Und siehe da, das Collegio aleman am Stadtrand von Puerto Varas. Und es ging weiter im Schleichschritt. Wir erreichten endlich das Zentrum, nachdem wir schon zweimal Leute abgesetzt hatten, und STOPP.
Unser Guide palaverte mit einer Polizistin. Wir wurden unruhig, es konnte nicht mehr weit bis zum Office sein, wo ich aussteigen sollte. Doch was stellt sich heraus? Die Straße ist wegen einer Veranstaltung gesperrt. Also springen alle raus, die eigentlich bis zur Agentur gefahren wären. Demnach auch meine Wenigkeit. Ohne Verabschiedung, weil alles superrasch gehen mußte, da wir mit unserem Bus alle aufhielten. Rücksäcke gekrallt und – tja, wo war ich eigentlich? Die Polizistin war nett, aber hatte keine Ahnung, wie die umliegenden Straßen heißen, so daß mir letztlich ein amerikanischer Mitreisender mit googlemaps aushalf. Glück im „Unglück“: Ich hatte keine lange Strecke vor mir. Gegen kurz vor zehn kam ich in meinem Hotel an, das ich auch erst im zweiten Anlauf erkannte, da es keine Beleuchtung gab. Wozu auch mit einem Licht auf das eigene Hotel aufmerksam machen? Sollen die Leute doch bei Tageslicht kommen.
