- Lage: am Fuß der Anden, im Südwesten Argentiniens (Provinz Santa Cruz) am Ufer des Lago Argentino
- Einwohner: ca. 17.000
- Gründung: 1927
- Unterkunft: Calafate Hostel
Der Name El Calafate leitet sich von einem in der patagonischen Region häufig anzutreffenden Strauchgewächs ab, den Calafate-Sträuchern, das ist eine Berberis-Art mit gelben Blüten und dunkelblauen Beeren. Aus der Strauchfrucht Calafate wird Marmelade oder Likör hergestellt.
Der Aufstieg der Kleinstadt begann 1943 mit der Einrichtung des Nationalparks Los Glaciares. Zunächst zählte der Ort nur etwa 100 Einwohner und es gab nur ein kleines Hotel. Durch den Anstieg des Tourismus in weiter entfernt liegende Regionen wie El Calafate entwickelte der Ort eine Eigendynamik, wodurch die Anzahl der Hotels, der Gastronomieeinrichtungen sowie der Einwohner besonders seit den 1980er-Jahren sprunghaft wuchs. Das Stadtbild hat sich entsprechend gewandelt: Von einem staubigen Ort zu einer hübsch aussehenden Stadt mit abwechslungsreichen Holzhäusern an gepflasterten Straßen.
Auf nach Teuerland (21.1.2017)
Unterhaltsame Busfahrt
Auf der fünfstündigen Busfahrt von Puerto Natales (Chile) nach El Calafate (Argentinien = Teuerland) habe ich mich außergewöhnlich gut mit einer etwa gleichaltrigen Frau unterhalten, auch wenn ich im Alter schätzen miserabel bin. Sie hat nur kurz Urlaub und wandert gern (Torres del Paine den O-Trek, Fitz Roy in El Chalten). Ok, das ist hier nichts Ungewöhnliches, aber sonst ist sie wirklich gar nicht gewöhnlich.
Sie ist Amerikanerin, die auch einen niederländischen Paß besitzt, da ihr Mann Niederländer ist. Beide leben für max. fünf Monat zusammen in einem kleinen Haus in Südfrankreich (Pyrenäen), da sie sich in den anderen sieben Monaten aufgrund ihrer Arbeit nicht treffen können. Und wenn das speziell ist, so ist es ihre Arbeit ganz besonders: Sie arbeitet auf Schiffen in der Antarktis oder in ähnlicher Weise in Alaska. Früher war sie für acht Jahre im Logistikbereich in der Antarktis in Forschungszentren angestellt, hat die Kälte und das Eis liebgewonnen und ist daher (nach Arbeitsplatzverlust wegen Einsparung von Forschungsmitteln) in den Tourismus dieser Gegend gewechselt. Stets sind es nur kurze Arbeitsverträge, doch sie liebt diese Wechsel. Einziger Wermutstropfen ist, daß ihr Mann als PC-Spezialist nun an Land einen Job hat. Ich könnte jetzt noch viel mehr erzählen, aber das würde zu weit führen. Doch eines noch: Sie meinte, sie könne trotz all der Schwierigkeiten sich gar nicht mehr vorstellen, anders zu leben, z.B. in einem festen, immer gleichbleibenden Arbeitsverhältnis. So erlebe sie immer etwas Neues, verbunden mit neuen Herausforderungen. Das konnte ich gut verstehen, obwohl ich sicherlich nicht die ganze Zeit immer woanders sein möchte.
Ice-Trekking, Perito Moreno Gletscher
Nach einigem Hin und Her habe ich mich für das Mini-Ice-Trekking entschieden. Dabei sollte man auch auf den Gletscher kommen, mit Crampons, aber die Wanderzeit war auf 1,5h begrenzt.
Big-Ice oder Mini-Trekking, das ist die Frage
Eigentlich hatte ich die „Big-Ice-Tour“ machen wollen, aber die Company erzeugte schon bei der Reservierung Druck, indem sie ein Formular ausgefüllt haben wollte, das Auskunft über den Gesundheitszustand verlangte. Und hier waren nicht nur allgemeine Dinge gefragt, sondern sogar so etwas wie z.B. wie viele OPs man wo gehabt habe oder welche Medikamente man nehme. Sie betonten immer wieder, die Tour – 3h auf dem Gletscher – plus 1,5h jeweils hin und zurück sei sehr anstrengend. Deswegen seien auch nur Personen zwischen 18 und 50 als Teilnehmer zugelassen. Ich hatte zwar auch gelesen, daß es gar nicht so schwer zu gehen sei, aber in Anbetracht meines Rückens und meines Unwillens, zu viele Infos über mich preis zu geben, entschied ich mich gegen diese Tour. Hinzu kam, daß sie ihre Reservierung total altmodisch haben wollten: Formular ausdrucken, unterschreiben und senden. Wenn man unterwegs ist, ist das Ausdrucken nicht so leicht! Außerdem war der Preis unverschämt hoch angesetzt: umgerechnet etwa 250€.


