- Lage: ca. 10h Bootsfahrt westlich von Punta Arenas entfernt, in der Magellanstraße
- Größe: 27.000 ha
- Unterkunft: Eco-Camp der Forscher
Berühmt ist diese Insel vor allem als Stützpunkt für Forschung und Walbeobachtung, insbesondere von Buckelwalen. Übernachten kann man nur im eigens für die wenigen Touristen errichteten Ecocamp. Die Insel ist so klein, dass man sie mühelos zu Fuß durchqueren kann. Hier sind Stürme und Winde steter Gast.
Walbeobachtung
Walbeobachtung mit der „Stationierung“ auf Isla de Carlos III, die westlicher als das letzte Stückchen Festland Chiles zwischen anderen Inseln versteckt liegt. Hier wollen wir uns ganz der Walbeobachtung hingeben, doch dazu müssen wir eine längere Bootsfahrt auf uns nehmen. Daß wir dabei auch andere Tiere wie Seelöwen, Seehunde, Delphine und richtig, viele Vögel, betrachten können, bleibt zu hoffen.
Und los geht es zur Walbeobachtung
Morgens werden wir erst eine halbe Stunde später als von Sebastien angegeben aus unserem Hotel in Punta Arenas abgeholt. Es zeigt sich mal wieder, daß Organisation und Planung nicht sein Ding sind. Und noch etwas Anderes sei gleich hier vorweggenommen: Es ist mir vollkommen unklar, was er überhaupt auf dieser Tour noch zu suchen hatte. Im Prinzip hatte er drei Tage (von uns bezahlten) Urlaub, da er sich um gar nichts (!) gekümmert hat und sich gern bedienen ließ. Er ist so langsam im Wahrnehmen seiner Umgebung, daß er ggf. sogar lieber die zahlenden Gäste das Gepäck herumreichen läßt. Um mein Unterkunftsproblem oder meine Erkältung hat er sich jedenfalls nicht gekümmert. Dafür trafen wir Rodrigo, der seinen Job wirklich ausgezeichnet macht. Mal ganz abgesehen davon, daß er gut Englisch spricht und sich um alle kümmert.
Das „Boarding“
Das Schiff „Tanu“ ist etwa so lang wie ein Buckelwal (humpback whale) und bietet drei Crewmitgliedern, ein bis zwei Leuten von Whalesound, zehn Touristen und sogar einem überflüssigen Guide Platz. Es gibt unter Deck eine Küche mit großem Tisch, vier bis fünf Kojen und das Steuer“haus“. So kann jeder einen Sitzplatz finden und manchmal sogar ein wenig in den Kojen ruhen.
Dort, wo wir uns einschifften (unsere Gruppe plus vier nette Amerikaner), gibt es keinen Pier. Also wurde das kleine Boot maximal nah an das Ufer gesteuert und unser Gepäck und notwendige Versorgungsgüter wurden über die kurze Distanz vom Ufer zur Reling geworfen oder gereicht. Damit wir jedoch keine nassen Füsse bekamen, wurden wir per Schlauchboot (zodiac) zur Leiter gezogen und enterten so das Schiff. Es ist sogar nicht einmal jemand ins Wasser gefallen, auch wenn ich mir redlich Mühe gab, dies einmal auszuprobieren.
Die Fahrt zum Whalesound-Camp: Grau in Grau
Was ist einem lieber? Regen und alles grau oder Sonnenschein und Wind? Das hängt wohl vor allem davon ab, wie seetauglich derjenige ist. So ist hier wohl der Regen das kleinere Übel für die touristischen Landratten, aber auf den Fotos ist das Meer kaum von der Umgebung zu unterscheiden. Mal ganz abgesehen davon, daß Nässe durch und durch geht, wenn man einige Stunden auf dem Boot verbringt. So konnte niemand von uns die gesamte Zeit auf Deck verbringen. Der permanente Regen (nieselnd, mit unterschiedlicher Intensität) verhinderte dies. Und mir ging es wegen der Erkältung, die nun just an diesem Tag voll zugeschlagen hatte, obendrein nicht gut. Aber Rodrigo half: Es gab heiße Limone (im Camp auch mit Honig) für mich.
Die Fahrt zieht sich … Wir brauchten nahezu acht Stunden, bis wir die Insel erreichten. Doch bevor wir anlegten, kreuzten wir noch ein wenig vor der Insel und sahen unsere ersten Wale. Auf der Fahrt hatte es schon den einen oder anderen Magellan-Pinguin, Seelöwen oder Vogel zu bewundern gegeben. Doch der erste Wal schlug alles. Wie hoch die Fontäne des Kondenswassers reicht, wenn er aus seinem Blasloch (blowhole) ausatmet. Wie scheinbar gemütlich dieses rieisge Meeressäugetier durch die Wellen gleitet, um in einem mehr oder weniger regelmäßigen Rhythmus (zwei bis drei normale Auf-/Abtaucher) mit einem Schwanzheben tiefer/ länger abzutauchen.
Das Camp und ein Unterbringungsproblem
Tja, kommen wir doch ganz schnell zum Problem. Ich wußte, die Dormos können nur zu zweit belegt werden. Ok. Doch daß ich mit einem mir fremden Mann (, den ich übrigens aus verschiedenen Gründen immer weniger leiden mochte,) die Unterkunft teilen sollte, fand ich dann doch etwas viel verlangt. Sebastien teilte mir das erst kurz vor dem Ende der Fahrt mit, aber er meinte, man versuche das zu regeln. Nicht daß er sich dabei irgendwie einbrachte.









So sprach ich nach der Landung mit Rodrigo, was auf Englisch ohnehin einfacher war. Ich war ziemlich hartnäckig und nur begrenzt „amable“, aber meine Erkältung und mein Frust verhinderten einen lieben, netten Ton. Rodrigo war in einer Zwickmühle (und er konnte ja nichts dafür, daß ich über diese Eventualität nicht informiert worden war), aber er fand eine Lösung: Ich schlief im Dormo des weiblichen Staffs. Als nachts so in meinem Doppelstockbett lag, eingemummelt in zwei Schlafsäcke, da war ich ziemlich unglücklich. Kein Licht, wenig Platz, trotz des Ofens alles klamm und kalt, alles einfach nur doof…
Doch einiges muß wohl der Erkältung und der Erschöpfung zugeschrieben werden. Im Übrigen ging es mir am nächsten Tag deutlich besser, nachdem ich herausgefunden hatte, daß ich es noch am besten getroffen hatte (, wenn man kein Fan von Campingplätzen ist). Auch wenn die anderen mehr Platz hatten, war es genauso feucht oder sogar feuchter, gab es das gleiche kleine Funzellicht (, das ich nur nicht gefunden hatte), standen die Zelte weniger windgeschützt und befanden sich vor allem nicht in der Nähe des Hauptzeltes. Also eigentlich war alles gut. Und das eigentlich bezieht sich auf mein schlechtes Gewissen, denn am letzten Morgen untersuchte ich das Camp etwas genauer und mußte feststellen, daß es kein zweites Dormo für den männlichen Staff gab. Ich habe Juan (der Wissenschaftler vor Ort) und Rodrigo wahrscheinlich dazu verdonnert, in einem Zelt (ohne Ofen) zu schlafen.
Ansonsten besteht das Camp aus fünf Dormos für die Touristen, zwei „Banos“ zu theoretisch je zwei Toiletten (mind. eine ist immer kaputt) und zwei Duschen (ungeheizter Raum), einem Hauptzelt, in dem gekocht und gegessen wird, und einer auf dem Bergkamm gelegenen Aussichtsplattform und einem Observatorium, von dem aus Juan mit einem Teleskop die Wale rundherum beobachtet. Denn es gibt außer unserem Boot kein Boot auf der Insel. – Zodiacs können sie für die Walbeobachtung nicht mehr nehmen, weil der Motorenlärm bzw. die Frequenz und die fehlende Gleichmäßigkeit die Wale zu sehr belästigt, so daß sie deren Nähe nicht mögen. Und noch etwas: Das Essen, das Rodrigo zauberte, war wirklich gut. Einfach, ohne Aufriß und abwechslungsreich. Vor allem seine Suppen sind schmackhaft. Er bekochte uns auch auf dem Schiff, informierte über alles Notwendige und half, wo er konnte. So einen guten Serviceleister findet man hier nicht so oft!
