- Lage: auf Feuerland an der Magellanstraße
- Einwohner: ca. 5.000
- Gründung: 1894
- Unterkunft: Hosteria …
Porvenir ist durch eine Fähre über die Magellanstraße mit dem chilenischen Festland und der Stadt Punta Arenas verbunden. Gegründet wurde Porvenir von Goldsuchern aus Kroatien, die während eines kurzen Goldrausches nach Feuerland gekommen waren. Daher gibt es auch heute noch kroatische Nachnamen unter der ansässigen Bevölkerung.
Touristisch empfiehlt sich der Besuch des Naturparks Monumento Natural Laguna de los Cisnes oder der 80 Kilometer südlich der Stadt liegende Nationalpark Alberto De Agostini, in dem die riesigen kalbenden Gletscher De Agostini und Marinelli liegen. Das Klima ist ozeanisch, allerdings nicht etwa warm: Die wärmsten Monate Januar und Februar weisen im Durchschnitt Temperaturen von 10 °C auf, die kältesten Juli und August 2 °C.
Nach einem Zwischenstop in Punta Arenas (10.1.-11.1.2017) ging es zum zweiten Teil der Tour weiter: Früh aber nicht zu früh begann der zweite Abschnitt der Tour unserer kleinen Gruppe: Auf zu den Königspinguinen bei Porvenir, Feuerland.
Mit der Fähre nach Porvenir
Um neun startete die relativ große Fähre für ihre zweistündige Fahrt nach Porvenir, einmal quer über die Magellan-Straße. Das Meer hatte sich nach dem gestrigen heftigen Wind (Rückfahrt aus dem Torres del Paine NP mit ein wenig Schaukeln im Minibus wegen der Böen) erfreulich beruhigt, so daß einer ruhigen Überfahrt nichts im Wege stand. Nicht daß es keinen Wind gegeben hätte, doch dieser fiel im Vergleich zu gestern kaum auf. Bei der Ausfahrt sahen wir Giant Petrels (Riesensturmvogel) und Albatrosse, doch leider keine Delphine.
Als es mir zu frisch wurde – mein neuer Begleiter, eine hinterhältige Erkältung, ließ mich trotz drei Lagen zittern -, setzte ich mich ein wenig in den warmen Passagierraum. Doch etwa eine halbe Stunde vor der Ankunft ging ich wieder auf Deck, um nach Delphinen Ausschau zu halten. Und meine Hartnäckigkeit wurde belohnt. Einige verspielte oder schauspielerisch veranlagte Exemplare der Commerson-Delphine tummelten sich in der Hafenbucht. Sie sprangen, drehten Schrauben oder tauchten nach einer halben Drehung mit dem Rücken zuerst ein. Wunderbare Tiere!
Einchecken und Fahrt zur Bahia Inutil
Zuerst fuhr uns Norman zu unserer Hosteria, wo wir eine kurze Pause einlegten. Danach ging es wieder auf Fahrt, selbstverständlich auf einem ripio. Auf Feuerland sind auf chilenischer Seite alle Straßen unbefestigt. Wie krass, wenn sich hier welche mit ihren Rädern abquälen.
Auf der mehr als zweistündigen Fahrt hielten wir ab und zu an Lagunen oder am Meer, um Vögel, Füchse oder Guanacos näher zu betrachten bzw. zu fotographieren. Dabei kamen wir auch an Bruchbuden von Wellblechhütten vorbei, in denen Fischer leben. Ansonsten sahen wir vor allem Weidevieh und eine unglaublich heruntergekommene Estancia, die tatsächlich noch bewirtschaftet wird. Doch dann erreichten wir das Minireservat für die Königspinguine.
Parque Pinguino Rey
Dort angekommen erhielten wir eine knappe Einführung zu den Pinguinen und den zwei Beobachtungspunkten. Zu meiner Enttäuschung würden wir keine kleinen Pinguine zu sehen bekommen, weil die Königspinguine noch am Brüten sind. Schade, ich hätte gern so ein kleines, braunes Kuschelwuschel gesehen.
Aber Pinguin-Eier zu sehen, ist ja auch etwas, dachte ich mir. Insgesamt würde es wegen des Windes aber wohl leider nicht so viel zu sehen geben wie sonst, da die Pinguine bei solchem Wetter lieber an einem Fleck stehen oder im Meer bleiben. Die Natur kooperiert leider nicht mit meinem Terminplan.
Wir zogen also los und wurden fast vom Wind erdrückt. Der Schutz für die Pinguine, eine Holzwand mit Luken, diente heute deutlich mehr unserem Schutz vor dem Wind. Wie sehr er an einem zerrte, belegt das Video ganz gut. Ich habe nämlich nicht etwa seit neuestem einen Tatterich, sondern ohne Fixierung der Kamera ist fast möglich, ruhige Aufnahmen zu machen.
Mit dem geliehenen Fernglas sah ich sogar vor allem bei einem Pinguin immer wieder ein (ziemlich großes) Ei. Der Pinguin schaute recht häufig mit seinem Schnabel nach, ob es denn noch da sei. – Spaß beiseite, er oder sie, das weiß man als Laie nicht so genau, hat es gedreht. Ansonsten ließen sie sich wirklich kaum zu einer Bewegung herab, bis irgendwann später ein einzelner junger Königspinguin aus dem Wasser langsam zu den anderen watschelte und begann, sich mit einem erwachsenen Pinguin zu messen. Da kam dann auch in die ihn umstehenden Pinguine etwas Bewegung und zwei weitere begannen, ebenfalls ihre Stimmen zu erheben.
Ausklang des Tages
Nach dem Besuch der Pinguine stand uns selbstverständlich eine ähnlich lange Rückfahrt bevor, bei wir dann so langsam vor uns hinzudämmern begannen. Das gleichmäßige Gerumpel, nur abgelöst von einigen heftigeren Schlägen, ist unglaublich einschläfernd. Selbst kleine Stops für Vögel helfen kaum dabei, wieder wach zu werden.
Als wir schließlich die Hosteria erreichten, hatten wir kurz Pause, bevor es zwei Straßen weiter zum Essen ins Restaurant ging. Das Menü mundete den anderen sehr, mein vegetarisches Essen war auch ganz gut. Doch wie stets verzichtete ich auf Vor- und Nachspeise, da mir das abends zu viel ist und ich auch längst nicht alles davon essen möchte. Danach saß ich noch eine Weile im Aufenthaltsraum der Unterkunft, die dazu auch durch Bücher und Spiele einlud. Überhaupt war das Ambiente dort sehr viel angenehmer als in den großen First Class Hotels. Der Familienbetrieb bietet Service, Gemüt- und Freundlichkeit. (Das Frühstück sowie die Lunchpakete stellten sich ebenfalls als gut heraus.)












Rückfahrt nach Punta Arenas am folgenden Tag
Vollkommen unspektakulär, kaum Tierchen gesehen, nur ein paar Vögel. Doch in der Bucht bei Punta Delgada (Fähre, Festlandseite) entdeckten wir zwei Commerson-Delphine, die im Kielwasser der Fähre zu futtern schienen. Doch leider springen sie nicht so hoch heraus, so daß sie wirklich schwer zu beobachten sind. Auf den Videos sind nur zwei- bis dreimal die Flossen und ganz kurz ihr schwarz-weißer Körper zu sehen. Aber mit dem Fernglas sah ich sie wenigstens genau. Anmutige Schwimmer!



