- Lage: auf dem chilenischen Festland gegenüber der Insel Feuerland, an der Magellanstraße
- Einwohner: ca. 120.000
- Gründung: 1848
- Unterkunft: Hostal Aventura Austral, ???
Punta Arenas ist Hauptstadt der Chilenischen Region XII Región de Magallanes y de la Antártica Chilena und ist die größte Stadt im chilenischen Südpatagonien. Die durchschnittliche Tagestemperatur im Januar liegt bei 14°C, das Klima ist gemäßigt mit wenigen Temperaturschwankungen.
Punta Arenas diente zunächst als Strafkolonie, später dann als Freihafen, der durch die Entdeckung von Steinkohle (1872) und die Einführung von Schafen durch Engländer immer wichtiger wurde, so dass vor die Einwohnerzahl und die umliegenden Estancias schnell zunahmen. Sie lebt neben dem Tourismus vor allem vom Handel, z.B. mit Wolle, und zeichnet sich durch einen Mix verschiedenster Kulturen aus.
Ausruhen in Punta Arenas
Tag 1: Ausruhen in Punta Arenas
Zuerst: Überlebensnotwendiges
Das Hostel liegt etwas am Hang und einige Blocks vom Zentrum entfernt. Doch hier ist alles nicht so groß, so daß man bequem zu Fuß gehen kann. Gestern bin ich morgens daher erst einmal losgetigert, um einen Geldgeber zu finden. Es ist nämlich längst nicht jeder Automat jeder Bank bereit, von seinen Schätzen abzugeben. Diese Erfahrung durfte ich dann auch gleich mal wieder machen. Danach orientierte ich mich und belagerte etwas die Touristen-Info, in der ich ein wenig in einer Zeitschrift über Punta Arenas las. Außerdem war es hier warm. Nachdem ich mir einige Infos und eine bessere Karte hatte geben lassen, wandelte ich weiter durch die Straßen von Punta Arenas.
… Friedhof in Punta Arenas …
Dabei landete ich mal wieder auf einem Friedhof, der in diesem Fall wirklich sehenswert ist, weil er etwas über die Einwohner verrät. Ich fand Gräber in deutscher, englischer und spanischer Sprache. Doch die Nationalitäten bzw. die Herkunft variierte viel mehr: Da betrauerte ein Sohn in spanischer Sprache seinen aus Norwegen stammenden Vater und seine aus England stammende Mutter. Aber auch Toten aus Deutschland, Schweden, Kroatien, Portugal, Polen und Frankreich begegnete ich, ohne dass ich besonders intensiv geschaut hätte. Viele von ihnen trugen halb spanische, halb herkunftsbezogene Namen. So fand ich deutsche Grabsteine aus dem beginnenden 20.Jh., die der spanischen Sitte folgen und bei Verheirateten Doppelnamen angeben. Und daneben liegt dann vielleicht ein anglikanischer Priester… Auch über den Reichtum der Stadt (vor der Eröffnung des Panama-Kanals) erhält man Aufschluß, da es einige sehr prunkvolle Grabmäler gibt. Und daneben existieren die modernen Kolumbarien.
… Agencias turisticas …
Im Anschluß schlenderte ich weiter durch die Straßen und suchte gelegentlich einen Tourenanbieter auf, da mich eine Tour reizte. Ich hätte trotz der Kosten und Anstrengung ganz gern eine Tour nach Pali Aike unternommen. Dort gibt es ein Reservat mit Vulkangestein und entsprechenden Informationen. Doch wie ich feststellen mußte, wollte unter allen Touristen keiner außer mir diese Tour machen. Nachdem ich im vierten Büro gefragte hatte und die nette Dame auch noch in anderen angerufen hatte, war klar: Am folgenden Tag würde ich ganz legal ausruhen können, weil ich gar keinen Ausflug machen konnte.
… und weiter zum Supermarkt
Essentiell ist in jeder Stadt ein Supermarkt, doch hier ist er noch wichtiger, denn ich kann die Küche im Hostel benutzen. Also erkundete ich den einen großen ausführlich und freute mich einen Kullerkeks: dunkle Nudeln! Fertigsauce, Nachtisch, Obst, Wasser, alles da! Dann noch ein wenig über die Arbeitsplatzbeschaffung hier gestaunt – man darf sein Obst etc. nicht selbst auswiegen, sondern reicht es jemandem an einer Waage, der das dann übernimmt. Auch an der Kasse gibt es in Deutschland Unvorstellbares, aber das kannte ich schon von meinen anderen Südamerika-Aufenthalten: Neben dem Kassierer gibt es noch einen Einpacker, meist ältere Leute, der die Sachen eintütet. Hier ist die Digitalisierung noch sehr weit entfernt, was für diese Menschen überlebenswichtig ist.
… nun aber ab ins Hostel: essen, yeah!
Kurz gesagt: Gasherd funzt, Kochutensilien sind gerade noch für Pasta ausreichend – wer über meine Küchenausstattung „schimpft“, darf gern einmal hier kochen – Essen war ein Genuß. Kugelig rund und satt ruhte ich ein wenig, hörte Musik und driftete weg. Dann rappelte ich mich noch einmal auf und setzte mich an den PC. Ebenfalls ein Genuß.
Tag 2: Ausruhen in Punta Arenas
Was tun? Darf man ruhen?
Des morgens führte ich ein längeres Gespräch mit der Heimat und brachte Positives in Erfahrung.Auch erhielt ich die Absolution, daß es vollkommen ok ist, mal nicht so viel herumzugeistern. Irgendwie zehren die vielen Eindrücke, Sprachen, Ortswechsel und die fehlende Routine des gleichen Rhytmuses bereits jetzt an meinen Kräften…
Und dennoch: auf und los
Nach dem Telefonat duschte ich auf den letzten Drücker noch warm. (Im Hostal wird alles gesichert und gespart, Nachtabsenkung bei der Heizung und beim Warmwasser, da war ich heute morgen schon etwas besorgt, ob noch warmes Wasser kommen würde.) und genoß mein eigenes Obstfrühstück. Danach begab ich mich auf den Weg zum Mirador. Beim Verlassen stellte ich fest, daß die Wettervorhersage hier recht gut ist, denn es war sehr bedeckt und kühler als am Tag zuvor. – Das kann ich leider immer erst feststellen, wenn ich zur Tür hinaustrete, da vor meinem Fenster etwa 60cm entfernt die Hauswand des Nachbargebäudes steht.
Mirador und Nao Victoria
Der Aussichtspunkt liegt nahe an meinem Hostel, so daß ich schnell dort anlangte. Naja, man sieht auf die Stadt, aber heute war alles grau in grau, selbst das Wasser der Magellan-Straße wirkte trüb und verhältnismäßig ruhig. Nett, aber nicht mehr. Also ging ich weiter zur Haltestelle für die Microbusse, die die umliegenden Ort mit Punta Arenas verbinden. Dort hatte ich Glück, weil der Bus in einer Viertelstunde fahren sollte, wie mir der Fahrer mitteilte.
Irgendwie versuchte er mich davon zu überzeugen, daß ich lieber bis Rio Seco, dem Fahrtziel, mitfahren sollte, weil das – aus welchen Gründen, ich habe es leider nicht verstanden – ganz hübsch sein sollte. Doch ich wollte zum Nachbau der Victoria (Magellan), der Beagle (Darwin, Fitzroy) und der Ancud (Shakeleton). Modellbau im Großen! Die Schiffe sind ohne Zweifel sehenswert, doch ohne so richtige Erklärungen hatte ich nur begrenzt Spaß. Doch ich hatte etwas unternommen, eine deutsche Gruppe gleich zweimal getroffen und dann auch mal wieder festgestellt, wie schön es ist, wenn Busfahrer an einem vorbeirasen, obwohl man durch Winken seine Mitfahrbereitschaft bekundet hat.
Ein Marsch nach Punta Arenas, auch entlang der Magellan-Straße
Tja, da hatte ich keinen Bock mehr. Wenn sie das bißchen Fahrgeld nicht benötigen, dann Bitteschön. ICH kann auch laufen! So spazierte ich bei zunehmend dunklerem Himmel an der Hauptstraße nach Punta Arenas hinein, lauschte meiner Musik und entspannte mich beim Laufen, auch wenn meine Schultern und der Rücken nach wie vor lange Rucksacktouren (länger als max. eine Stunde) verabscheuen. Doch da führen Kopf und Körper dann Gespräche, bis sie gegenseitiges Ignorieren einleiten…
Knapp zwei Stunden später fiel ich erneut in meinen Supermarkt ein, stockte die Vorräte auf und freute mich erneut über die vernüftigen Preise. Kein Vergleich zu Argentinien. Hier sind Obst und andere Dinge bezahlbar, was auch den geringeren Anteil an Fettleibigen erklären könnte. Sodann lief ich im Nieselregen zur Unterkunft und vergnügte mich beim Kochen mit einem weiteren Telefonat mit der Heimat. Essen gut, alles gut!

















