Morgenstund‘ hat Gold im Mund …
… alles gelogen! Frühes Aufstehen macht überhaupt nicht zufrieden, glücklich oder gar reich (s. Gold). Um 5.30 klingelte der Wecker und das nach einer nicht nur kurzen Nacht, sondern nach einer Nacht, in der einer der lieben Zimmernachbarn sich nachts um halb zwei wecken ließ und dann den Schlummermodus im Mobile genutzt hat. Es klingelte also noch einige Male, grrr. Und überhaupt, der Morgen wurde ja noch von einer ausschließlich kalten Dusche und keinem Frühstück getoppt. Ach ja, nicht zu vergessen ist der Sprint zum Busbahnhof, weil mich die Dusche solange aufgehalten hatte.
Auf zur Península Valdés
Da der Start der Tour zur Peninsula Valdes in Madryn lag, mußte ich zuerst eine Stunde dorthin fahren. Aber immerhin war der Bus angenehm leer. Klar, wer fährt schon um halb sieben am 26.12. (kein Feiertag) nach Madryn? Die Abholung am Bahnhof funzte, der Guide sprach wie versprochen Englisch, aber es stellte sich schnell heraus, daß außer mir nur Argentinier und drei Italiener, die aber Spanisch gut verstanden, in der Gruppe von 14 Leuten waren. Also verzichtete ich auf englische Erklärungen, das hätte mich nur verrückt gemacht, weil ich irgendwie alles zweimal gehört hätte. Außerdem war mir bereits nach den ersten Worten des Guides klar, daß ich lieber sein ordentliches Spanisch als sein etwas schwer verständliches Englisch hören wollte. So hatte ich eine reale Chance – bis auf bei Zahlen, da bin ich langsam von kp – möglichst viel zu verstehen. Er meinte, er würde deutlicher und langsamer sprechen, was er eine Erklärung lang sogar durchgehalten hat. Nachher war deutlich eher nur laut. Und er wollte die technischen (i.e. Fachtermini) auf Englisch erklären. So was von typisch bei Leuten, die wenig Ahnung von Sprachen haben (in der Theorie). Daß gerade die Fachtermini in allen drei Sprachen aufgrund ihrer gemeinsamen Herkunft (Latein) ähnlich sind, wurde ihm erst bewußt, als ich es ihm in meiner freundlichen Art erläuterte. Danach übersetzte er nur noch Zahlen oder Treffzeiten bzw. Vergleichbares ins Englische. Das war dann ok.
Zur Tour über die Peninsula Valdes







Zur Abwechslung mal als Aufzählung, ggf. etwas durcheinander:
- Es war eine argentinische Familie mit zwei Minikindern dabei, die etwa ab der zweiten Stunde Fahrt fast durchgehend schrien, Rambazamba oder was auch immer machten. Die lieben Eltern geboten nicht etwa Einhalt, nein, sie verstärkten indirekt noch dieses Verhalten. Ich bin fast irre geworden und hätte am liebsten die Gören und die Eltern zur Schnecke gemacht. Sollen sie doch ihre Kinder abgeben, wenn sie so eine Tour machen. Oder es einfach lassen!
- Die Fahrstrecken waren enorm. Ein Auto zu mieten wäre nicht nur sehr viel teurer geworden, ich hätte auch ganz schön gelitten. Und doch wäre es für mich besser gewesen und das nicht nur wegen der Monster (s.o.), sondern auch wegen der geringen Verweildauer an den einzelnen Stationen. Ich hätte mir die Zeit ganz anders eingeteilt.
- Leider waren viel zu wenige Tiere zu sehen (Orcas und Wale fehlten gänzlich). Aber die paar hätte ich gern länger betrachtet, als dann unnötig lange in dem einzigen Dorf herumzuhängen, in dem man bestenfalls an den Strand gehen kann, da die Ballenas francas austral (Southern Right Whales) nicht mehr da sind.
- Die Landschaft ist phantastisch. Pure Steppe. Und zahlreiche Guanacos und Choiques (kleinere Nandus) mit Jungtieren. Aber dämlicherweise darf man auf der Straße, ähm, dem ripio, nicht aussteigen. Und der Fahrer ist manchmal recht schnell unterwegs gewesen, so daß er die Tiere zu großen und weiten Sprüngen weg von der Straße veranlaßte. Da nützte es mir auch nichts, wenn er dann noch angehalten hat. Die Tiere, vor allem die männlichen Choiques und ihre Kinderstube rannten ganz schön schnell weg. (Außerdem saß ich immer auf der falschen Seite im Minibus.)
- Von den Vögeln verstand der Guide nichts, was ich schade fand. Ich habe Riesenseemöwen und Adler gesehen, die leider alle nicht langsamer geflogen sind, nur damit ich sie aufnehmen konnte.
- Ach ja, noch etwas zu den Straßen, ripios genannt. Wie schon bei der Fahrt von Trelew nach Gaiman beschrieben sind das Straßen aus Steinen, z.T. bei uns als Proctor bezeichnet und für Straßenzwischenschichten geeignet. Hier fährt man darauf, rutscht auch mal weg und vor allem spritzen die Steine durchaus weit hoch. Wir wurden angehalten, die Fenster auf keinen Fall zu öffnen. Aber vor allem die Windschutzscheiben der Autos sehen hier entsprechend aus. Bei einem meiner Busse habe ich nicht weniger als zehn Einschlaglöcher und darüber hinaus drei große Risse/ Sprünge in der Frontscheibe gezählt.









