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"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." – A. v. Humboldt

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T-kan: Teotihuacán (28.1.)

Posted on Januar 28, 2019April 11, 2026 by hobbit

Und wieder eine gute Nacht. Heute geht es ohne Frühstück lo. Unterwegs besorge ich mir noch schnell etwas in einer Panaderia und eile zum Treffpunkt (Bellas Artes), um mit meiner Free Walking Company für nicht ganz free nach Teotihuacán (Stadt der Götter oder einfach nur: Regierung) aufzubrechen. Selbstverständlich bin ich pünktlich, also deutlich zu früh da und bereue den dünnen Pullover. Es ist morgens doch empfindlich kalt. Kurz nach 8 Uhr geht es dann los. Die Englischgruppe ist heute mit 12 Leuten recht groß, aber ich bleibe. Ich will schließlich so viel wie möglich verstehen können.

Zunächst fahren wir mit dem Trolleybus bis Central Norte. Von dort geht es mit einem Bus direkt bis zur archäologischen Stätte weiter. Das Ganze dauert fast 2h und ist zumindest zu Beginn der zweiten Busfahrt eine Tortur, weil ein ach so begabter Sänger mit seiner Gitarre direkt vor meinen Ohren im Bus zu trällern anfängt. Nach dem dritten Lied hätte ich ihn am liebsten gelyncht, denn meine Super-Kopfhörer konnten ihn selbst bei hoher Lautstärke nur mühsam ausblenden. Es war einiges schief und eher schrill. Sicher, auch er muss seinen Lebensunterhalt verdienen, aber bitte nicht direkt vor meinen Ohren jammern… Doch dann stieg er endlich aus und ich hatte meine Ruhe. Zurück zum Audiobook „Der Spieler“ und hinausschauen…

Wir stiegen dann am dritten Eingang aus, um cleverer Weise dem Touristenstrom entgegenzuströmen. Also betraten wir den jüngsten Teil von Teotihuacán (ab sofort bei mir nur noch T-kan genannt, alles andere ist eine Zumutung für meine Zunge) und hier einen Tempel, in dem noch Originalfarben erhalten sind. Dann wandten wir uns der Mondpyramide zu, die man nur zu etwa einem Drittel besteigen kann. Von ihr hat man einen tollen Ausblick auf die gesamte Ausgrabung in einer Linie: den Versammlungsplatz, die umliegenden kleineren Tempel, den Sonnentempel und die Straße der Toten. Der Guide, Violetta, gab sich redlich Mühe, aber an Vlad vom Freitag kam sie nicht heran. Weder konnte sie so gut Englisch noch kannte sie sich vergleichbar aus – trotz freier Bildung für alle macht sich der Unterschied zwischen Universität und College doch bemerkbar, da eben nicht alle zur Uni gehen können (harte Auswahlverfahren, ergo doch wieder entsprechende Hintergrundfinanzierung entscheidend). Aber wie gesagt, sie war gut und sehr daran interessiert, unsere Neugier zu stillen.

Nach dem Mondtempel wandelten wir auf der Straße der Toten, sahen ein Puma-Fresko und nahmen Anlauf, die Sonnenpyramide zu erklimmen. Auch wenn der erste Archäologie hier Unsinn veranstaltet hat – Sprengstoff, um die Pyramide von ihren Überwucherungen freizulegen, wer kommt denn auf so einen Unsinn? – und daher einige Treppen neu angelegt und somit gangbarer sind, hatten es die Treppenstufen bisweilen in sich. Manchmal waren sie kniehoch (mein Maßstab, aber der ist hier relevant^^), manchmal nicht einmal so tief wie ein recht kurzer Fuß, nämlich meiner. Oben angekommen keuchten alle; bei einigen fragte ich mich, wie die es bei ihren Ausmaßen geschafft hatten. Aber egal, oben ist oben. Ein toller Blick!  Und wenn man sich das alles noch in einem anderen Klima mit mehr Bäumen rundherum vorstellt… In T-kan sollen bis zu 200.000 Menschen gelebt haben (zum Vergleich: es gab etwa 20.000 Azteken) und diese Pyramiden sollen in nur 10-20 Jahren gebaut worden sein (2.-3. Jh.), ohne daß die Menschen überhaupt das Rad oder Metallwerkzeuge kannten. Die Höhe der Tempel ist beeindruckend und muß auf die Leute damals besonders gewirkt haben, denn nur die Priester (so die Interpretation) standen auf den Tempeln und konnten über das gesamte Tal sehen, während die normalen Menschen unten nur mühsam überhaupt erkennen konnten, daß oben ein Mensch steht.)

Im Anschluss an das Pyramidenkrabbeln wandten wir uns wieder der Straße der Toten zu. Wir entfernten uns immer mehr vom heiligen Bezirk. Dabei sahen wir einen ehemaligen Bewässerungskanal und wunderten uns gemeinsam über die Bauweise der Straße. In jedem weiteren Tempelsektor ist die Straße tiefergelegt, wobei es ein Gesamtgefälle von der Mondpyramide weg gibt. Daher mußten wir regelmäßig kleine „Zwischenwälle“ erklimmen, so daß wir keinen Entzug von Treppen bekamen. Angelegentlich kamen wir am inzwischen winzigen Bachlein vorbei, der früher als großer Fluß die Bevölkerung von T-kan versorgte, heute aber leider nur noch heftig mieft (stehendes Gewässer eben).

Zuletzt erreichten wir eine besondere Pyramide, deren alter Teil erst nach einer Untersuchung mit Röntgen ausgegraben wurde. Es handelt sich dabei um einen Tempel für Quetzalcoatl, dem zweigestaltigen Gott (Quetzal (Vogel), Schlange), der als Export wohl auch zu den Mayas gelangt ist (die Leute von T-kan waren Bauern und sehr erfolgreiche Händler). Die Pyramide ist deshalb besonders, weil ihre verzierenden Figuren und Reliefs noch fast einwandfrei erhalten sind. Dadurch sieht man auch die Symbole dieses Gottes sehr deutlich. Wir saßen quasi auf Ausgrabungsstufen der äußeren (übergebauten) Pyramide und sahen auf dieses Kleinod, das für die erste Pyramide für Quetzalcoatl gehalten wird. – Langsam erkenne ich einige Symbole und Figuren, aber irgendwie ist diese Bildersprache doch recht ungewohnt und kaum „lesbar“.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir fast 4h mit unserem Guide unterwegs und ich hatte mich sogar etwas mit zwei Neuseeländerinnen (Mutter und Tochter) vertraut gemacht. Mit beiden sprach ich über sehenswerte Reiseziele und mit der Tochter über den Autor Harari (sie liest Homo sapiens, ich Homo deus). So verplauderten wir die Laufwege und plötzlich standen wir am Eingang 1, unserem Tourende und Ausgang. Doch ich ließ mir mein Busticket geben und blieb noch. Es war so schönes Wetter und die Stätte rief nach einer weiteren Erkundung. So schlenderte ich wieder auf Umwegen zur Sonnenpyramide zurück, ging ins Museum und dann bestieg ich die große Pyramide noch einmal. Oben genoß ich die Aussicht trotz der anwesenden Menschen eine Zeit lang. Doch dort oben wird man selbst im Winter gebraten. Auch wurde es langsam spät, schließlich mußte ich noch etwa 2h Heimfahrt einkalkulieren, die ich lieber bei Helligkeit hinter mich brachte. Also nahm auch ich nun Abschied von der antiken Stadt Teotihuacán und suchte die Bushaltestelle auf. Hier galt es einige Geduld mitzubringen, bis der richtige Bus endlich kam. Geröstet und erschöpft stieg ich ein und mußte nur noch rechtzeitig an der Metrostation aussteigen. Dank meiner mexikanischen Nachbarin gelang auch das. Die Metro fand ich schnell und schwupps quetschte ich mich in den nächsten Zug Richtung Innenstadt. Ha, ich war sicherlich eher dort als die Busfahrer. Zum frühen Abend hin herrscht nämlich noch größeres Verkehrschaos auf den Straßen der City. Am Zocalo angekommen kroch ich zum Hotel, nahm noch Wasser auf und verschwand in meinem Zimmer. Futtern? Nee, zu müde. Bloggen? – Noch was? Nee, erst recht nicht…

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