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"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." – A. v. Humboldt

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Sonnenbad auf einem Brötchen (17.8.2014)

Posted on August 17, 2014Juni 3, 2026 by hobbit

Heute ist Sonntag, der Tag des Herrn, an dem man ruhen soll. So sehe ich das heute ausnahmsweise auch, denn ich bin für große Aktionen zu müde… Also mache ich heute langsam. Kurz bevor ich das Hotel verlassen will, stellt sich heraus, dass ich für die Extranacht doch den Raum wechseln muss. Also alles einpacken, oje. Danach gehe ich in Richtung El Panecillo los. Ich entscheide mich für die Treppen und gegen ein Taxi. Mein guide von neulich hat gesagt, dass man tagsüber gut diese Treppe benutzen kann, auch wenn im Reiseführer davor gewarnt wird. Aber der ist eh veraltet, von wegen, sonntags wäre das Zentrum für Autos gesperrt oder auch andere Dinge. Ich keuche jedenfalls die gefühlten tausend Stufen auf eine Höhe von etwas über 3000 m hoch. Weit und breit kein anderer Trottel, der dies macht. Ein paar Hunde und Pausen später erreiche ich die Statue der „Jungfrau sowieso“ und erklimme auch sie, um einen ungestörten Rundumblick auf Quito zu haben. Ich kann in der Ferne auch den Cotopaxi, heute nicht so bewölkt, sehen. Die anderen Vulkane kann ich erst mit Hilfe einer Infotafel zuordnen. Ich genieße den Wind und die Sonne, höre einem Panflötenspieler zu und entscheide, hier oben länger zu verweilen und die Aussicht zu genießen.

Auf einer Bank mit Blick auf das historische Zentrum, das Geschäftszentrum Mariscal Sucre und den Norden Quitos mache ich es mir bequem. Ich schaue mir die Leute an – fast nur Einheimische, die hier oben die Ruhe genießen, Drachen steigen lassen oder andere Dinge tun – und träume so vor mich hin. Zwischendurch sehe ich im Norden mal wieder Staubwolken, was wohl wieder auf ein kleines Nachbeben hindeutet, aber eigentlich beunruhigt das hier niemanden. In der Zeitung „el comercio“ lese ich einen Kommentar/Bericht, der vor allem darauf eingeht, dass nichts vorhersagbar ist. Allerdings scheint es immerhin möglich zu sein, dass diese Erdbeben auf ein größeres, vergleichbar mit einem sehr schweren aus dem Jahr 1906, hinauslaufen könnten (um die acht auf der Richterskala). Generell sind Erdbeben in Equador aber sehr normal, es bebt praktisch täglich irgendwo hier.  Nachdem ich beinahe gar bin, beschließe ich, meine Füße wieder abwärts zu lenken. Unten angekommen gehe ich einen kleinen Bogen und erreiche dann wieder die Plaza grande/Plaza de Independencia, wo ich zuerst ein Eis schlecke und dann mich im Schatten zum blog-Vorschreiben niederlasse. Hier herrscht ein unglaublicher Trubel. An fast jeder Ecke des Platzes treffen sich Leute, die irgendwas mit Religion zu tun haben. Einmal kommen sogar so was wie hinduistische Sektierer oder so was vorbei und trommeln lautstark. Zwischendrin hört man die Eisverkäufer ihre Waren anpreisen, die Schuhputzerjungen suchen nach ungeputzten Schuhen und alte Männer oder Frauen versuchen was weiß ich zu verkaufen. Alles trifft sich hier, so wirkt es jedenfalls. Als ich nicht mehr sitzen kann, überfalle ich eine Bank, um meine Hotelrechnung und das morgige Taxi in bar, so gehts ohne 12% Steuer, zu bezahlen. Ich löhne hier und schreibe noch etwas am Blog. Etwas zu essen sollte ich noch auftreiben, aber Lust habe ich keine. Es wird heute jedenfalls nicht mehr viel passieren, weil ich zu müde bin. 

ERDBEBEN und bunter Markt (16.8.2014)
Ein letzter Stadtrundgang vor der Abreise (18.8.2014)
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