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"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." – A. v. Humboldt

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Auf der Mitte der Welt! (14.8.2014)

Posted on August 14, 2014Juni 3, 2026 by hobbit

Heute hätte ich ja aus schlafen können, wenn nicht kurz vor sechs eine SMS gekommen wäre. Aber da danach auch die Sonne meinte, ich könne mal aufstehen, und auch das Zimmermädchen mein Zimmer schon gegen halb sieben säubern wollte, wurde daraus nix. Und das, obwohl ich so ein Riesenbett hatte, grmpf. Also checkte und schrieb ich emails – kein Hinweis auf den Rückflug – und organisierte mir die zweite Runde Eis mit Salz. Das beste an der Tortur war, dass ich dabei lesen konnte. Kurz bevor mein Arm abstarb, beschloss ich, mich zum Frühstück fertig zu machen. Wie verabredet treffen wir uns dort und nehmen dann um zehn Abschied voneinander. Ich hasse Abschiede! Die Schweizer mag ich alle und nun sind sie weg, auf dem Weg zurück nach Zürich. Mit wem soll ich jetzt fisten? Wer hilft mir, wenns wieder übel aussieht? Mit wem soll ich jetzt über Geschichte sprechen? Wer hört mir nun so aufmerksam zu? Tja, viermal „ist nicht mehr da“. Gut, dass ich mit den anderen – Dirk, Katie, Michaela und Antaris – zur mitad del mundo aufbrechen muss.

Wir müssen zwei Taxis nehmen, was aber letztlich OK ist, da Katie gleich weiter zum Flughafen muss. Ich sitze vorn und dolmetsche die ganze Zeit, weil unser Fahrer sehr viel zu erzählen/erklären hat. Kein Wunder, er fährt seit 44 Jahren in Quito Taxi. Allerdings ist das ganz schön anstrengend für mich, da ich ja ins Englische übersetze. Außerdem scheint mir der Fahrer sogar beinahe jede Pflanze und ihre Wirkung erläutern zu wollen. Ha, ich und Pflanzen. Ich habe den Namen der Pflanzen doch schon vergessen, nachdem er gerade ausgesprochen worden ist. Aber unterhaltsam wird die 45minütige Fahrt dadurch natürlich schon. Er liefert uns im Museum, am echten Äquator, ab, wo wir eine Führung und Spaßversuche mitmachen. 240m weiter ist das Denkmal für den Äquator zu sehen, das an der Stelle errichtet worden ist, an der im 18.Jh. Forscher den Äquator berechnet haben. Wir stehen dafür aber auf dem richtigen Äquator, den schon die Inka ( und die Völker davor?) korrekt durch Sonnenbeobachtungen berechnet haben. Deren Wissen ist einfach phänomenal. 

Zum Abschluss der Tour erhalten wir noch einen Stempel in unseren Pass. – Super, aber zu dumm, dass ich die Stempel in Machu Pichu und auf den Galapagosinseln ausgelassen habe. – Danach kehren wir zu unserem Taxifahrer zurück und lassen uns nach Puhulana, einem Krater, fahren, weil ich gelesen habe, es gäbe dort eine schöne Aussicht. Tja, leider war es etwas staubig. – Da fällt mir ein, letzte Nacht hat es wieder ein kleines Erdbeben in Quito gegeben, aber an mir ist es unbemerkt vorübergehuscht. :-). – Also zurück zu Krater: Der Blick in den inzwischen bewohnten Krater macht deutlich, wie groß die Vulkane hier sind. Und dieser ist nur einer von mehreren rund um Quito. Die Rückfahrt unterbrechen wir kurz, um am Denkmal für mitad del mundo Fotos zu machen. Das Gelände betreten wir nicht, weil wir uns anstellen müssten und Michaela dazu die Zeit und uns anderen die Lust fehlt. Leider kann man so das Denkmal fast gar nicht sehen. Egal, wir klettern wieder in unser Taxi und fahren zurück. Der Fahrer bleibt gesprächig und freut sich richtig, dass ich ihn größtenteils verstehe und er so kommunizieren kann. Am Ende fragt er nach meinem Namen und sagt mir, dass seine Enkelin genauso heiße. Wir geben ihm etwas mehr als die vereinbarten 50$ und, als ich ihn kurz darauf sehe, winkt er mir noch heftig zu. Dann folgt der Abschied von Dirk und Michaela und die Verabredung mit Antaris für 14.30 Uhr zum Taxisharing ins Centro, da ich ja mein neues Hotel dort habe. Bis dahin gehe ich noch kurz auf den Markt und erwerbe ein paar Kleinigkeiten. Bepackt treffe ich auf Antaris und wir fahren ins Zentrum. Dort beziehe ich kurz meist neues Hotel, Kolonialstil und ähnlich denen in Peru, vor allem keine Heizung und kaum schließende Fenster. Aber der Innenhof ist toll…

Sodann gehen wir im Zentrum spazieren und sind ganz üble Touris, weil wir die Kamera fast nicht von der Nase nehmen. Nach der Besichtigung von San Agostin trennen sich unsere Wege und ich kehre ins Hotel zurück. Emailcheck und immer noch nichts wegen des Fluges. Auch keine Antwort von Viviana… Ich gehe nochmal los, um für morgen unterwegs einzukaufen. Und weil ich nicht essen gehen will, kaufe ich mir im Supermarkt auch gleich noch etwa für „auf die Hand“. Danach kämpfe ich mich durch mein Gepäck und packe schon mal neu, soweit es möglich ist. Nun bleibt mir noch übrig, möglichst viele meiner Blogs noch zu vervollständigen und mein Kaltsalzwasserbad zu nehmen. 🙂 Aber müde bin ich schon sehr und morgen wird es anstrengend, also sollte ich mich sputen…

Rückkehr in die Zivilisation (13.8.2014)
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