Am 7.8. ging ich auf meine lange Reise von San Pedro nach Santiago. Leider fühlte ich mich wieder mies: Das lag wohl am Abendessen des letzten Tages nach meiner wunderschönen Radtour. Ich hatte mir einen Salat mit Hähnchen gegönnt, doch das Hühnchen war wohl für meinen gestreßten Magen doch noch etwas zu viel gewesen. Wer sehr lange kein Fleisch ißt und dann noch mit dem Magen Probleme hat, sollte einfach nicht so mir nichts dir nichts eine gute, leckere Protion gegrilltes Hähnchen mit Salat futtern. Aber irgendwie überstand ich die Busfahrt, den Flug, die Busfahrt, die Fahrt mit der Metro und das Einchecken.^^
Aufwachen im Regen (8.8.)
Nach einer langen Nacht (mit unerfreulichen Nebenwirkungen: Magen, Erbrechen; Zimmernachbarn) hörte ich den Regen rauschen… Kein Grund zum Aufstehen. Doch ich wollte mir die Free Walking Tour zu Gemüte führen, die um 10 Uhr beginnen sollte. Also mußte ich dann doch mal aufstehen. Überlegt, getan. Das Frühstück, naja. Das Wetter, oh weh. Trotzdem machte ich mich auf den Weg zur Plaza, um dort die Leute von der Tour zu treffen. In Lima und Kopenhagen hatte ich schon gute Erfahrungen mit diesen Touren gesammelt. Doch auch alles Warten half nichts: Die Akteure hatten wohl die Morgentour abgesagt, weil es so regnete. Nicht daß es vor nicht-spanischsprachigen Touristen überlief, aber ich war sicherlich nicht der Einzige, der die Tour vermißte. Auch im Touristenbüro wußten sie nichts. Dort bekam ich aber einen Plan der Tour, die ich dann selbst zu einem Teil ablief. Allerdings fehlten mir die Informationen und es goß weiter wie aus Kübeln, so daß ich langsam wirklich auch in den unteren Lagen naß und kalt wurde.
Mittags beschloß ich daher, im Hotel eine kleine Siesta einzulegen, die ich auch angenehm ausdehnte. Außerdem nutzte ich die Zeit für den Blog, E-Mail und die Planung des morgigen Tages. Und plötzlich schien doch tatsächlich die Sonne, was ich beinahe nicht mitbekommen hätte, weil mein Zimmer fast kein Tageslicht (ein Fester nach innen, ein Fenster zu einem schmalen Lichtschacht) empfangen kann. Auch wenn ich nicht so recht wußte, wohin ich mich nun erneut wenden sollte, ging ich noch einmal los, ließ mich ein wenig in der riesigen Fußgängerzone treiben, schaute und hörte mal hier zu, setzte meinen Weg bis zu ihrem Ende fort und kehrte um. Downtown ist an einem Samstag stark von den Einheimischen frequentiert, insbesondere die Plaza de Armas, wie überall in Südamerika. Nur ist es hier seltsamer, weil nur ein kleinerer Teil der Geschäfte nachmittags noch geöffnet hat, allen voran die Schuhgeschäfte und Kaufhausketten. Und Eis wurde in rauhen Massen verzehrt. Und doch kann man nicht von flanieren sprechen, sie alle eilten immer noch von A nach B, gern auch kreuz und quer. Zwischendurch sah ich erstaunlich viele Polizisten patrollieren. – Dabei fällt mir ein, daß am Nachmittag vor dem Präsidentenpalast an einem überproportional großen Fahnenmast nun auch eine ebenso überdimensionierte Flagge wehte. Sie irritierte mein Empfinden für Verhältnismäßigkeit nicht wenig!
Ansonsten ist nichts weiter passiert, jedenfalls aus der beschränkten Ein-Personen-Sicht. Doch seit Tagen scheint das mit dem Regen ein erhebliches Problem hier in Chile zu sein, wie ich schon in TVs in San Pedro mitbekommen habe. Nicht weit von hier am Pazifik gibt es riesige Wellen und Überschwemmungen, so daß Leute ohne Strom und trinkbarem Wasser dasitzen. Generell scheint die Wassermenge in einigen Städten jeden Tag bis zu 30% zuzunehmen, wie viel von den Berichten jedoch dem Voyeurismus geschuldet sind – so wie in etwa unsere fortwährenden Sondernachrichten, wenn jemand das Thema schon nicht mehr hören kann – , kann ich nicht sagen.
Nun sitze ich hier auf meinen gepackten und inzwischen auch wieder trockenen Sachen und überlege, wie ich am besten schließe: No sé, pero estoy cansada. XD

























