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"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." – A. v. Humboldt

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Sucre (26.7. – 30.7.2015)

Posted on Juli 28, 2015Mai 24, 2026 by hobbit

Am ersten Tag in Sucre (27.7.) erhielten wir eine Stadtführung von Maribel, Guide von GAdventures.

Ein Tag zur freien Verfügung (28.7.)

Heute bin ich mal ganz anders in den Tag gestartet: mit einem kleinen Lauftraining im nahegelegenen Park Bolivar. Dort bin ich vier kleine Runden entlang gehechelt, wobei ich mich verfluchte, mein Taschentuch vergessen zu haben. Hier schleimt man wegen der Höhe wirklich zu. A propos Höhe: Wir reden hier von knapp 2700m, kein Wunder also, daß ich beim Bergauflaufen nur schleppend vorankam. Im Endeffekt bin ich eine halbe Stunde gelaufen und fühlte mich dann ganz gut, auch wenn meine Lunge ächzte. Danach machte ich mich sofort auf zum Frühstück, wo ich eine ganze Weile blieb und Nachrichten (pagina siete) las. Wir hatten schließlich frei, so konnte ich mir Zeit lassen. Mit den anderen hatte ich praktisch nichts zu tun…

Kirchen in Sucre

Nach einer gemütlichen und sehr langen Dusche, die hier nämlich geradezu genial warm und stark ist, las ich ein wenig, ging durch die Straßen spazieren, befragte einige Leute in Agencies auf Spanisch nach Potosi (um gut informiert für die abendliche Entscheidung zu sein), holte dann gegen Mittag meine Wäsche ab und las wieder. Am Nachmittag besichtigte ich solo den Convento de Santa Clara, wo mir die Aufpasserin eine Führung auf Spanisch angedeihen ließ. Der Innenhof, ein wunderbarer Garten, und die Wandmalereien sind wirklich sehenswert und meine biblischen Kenntnisse reichten immerhin so weit, daß ich ihr meistens folgen konnte (und auch die spanischen Namen wiedererkannte). Manchmal stellte ich auch eine kurze Frage und so war sie motiviert, mir alles zu zeigen, z.B. auch den riesigen Schlüssel, mit dem man die Kirche aufschließt. Da der Konvent aber noch bewohnt ist, kann man leider nicht alles sehen. Die Dame empfahl mir dann, auch noch San Felipe anzusehen, was ich ohnehin vorgehabt hatte.

Dorthin machte ich mich im Anschluß auf den Weg und suchte kurz nach dem Eingang, obwohl ich wußte, daß ich nach einem Eingang eines Colegio suchen mußte, um dort zu klingeln und um Einlaß zu bitten. Das Besondere an San Felipe de Neri ist, daß es inzwischen als Colegio genutzt wird und so nur nachmittags Besuchern „offensteht“, so sie denn den Eingang finden. Ich hatte davon gelesen und wollte dorthin, weil es hieß, es gebe vom Dach aus eine wunderbare Aussicht auf Sucre. Doch bevor ich hinaufstieg, schaute ich mir die Kirche und vor allem das Colegio an. Ich konnte in einige Räume hineinschauen: Was ich da sah, erinnerte mich an Bilder aus dem letzten, nein vorletzten Jahrhundert in Deutschland. Einzelpulte mit Stiftablage und hochklappbarem Deckel, schwarze Tafeln, gefließte Böden (wie in einem sterilen Raum wie einer Pathologie oder einem Schlachthaus) und vor allem 7 Reihen a 6 Sitzen (42 Schüler!) eng auf eng. Nun ja, ein Mädchen-Colegio, aber wohl doch überall ähnlich, wahrscheinlich entsprechend traditioneller Unterricht, was an und für sich bestimmt nicht schlecht oder gut ist, aber eben anders als im verwöhnten Europa. Die einzige Technik konnte ich in der „Bibliothek“ finden: Einige PCs mit Internetzugang, aber kaum Bücher. Wahrscheinlich ist dies auch mehr ein Arbeitsraum, so wie die Tische aussahen. Nach diesen Erkundigungen stieg ich auf das Dach und schoß viele Fotos. Anschließend ließ ich mich dort oben nieder und … las mal wieder. Kurz bevor sie die Kirche schlossen, machte ich mich auf den Weg zum Einkaufen, kehrte zum Hotel zurück und las zur Überbrückung der Wartezeit weiter.

Abendessen beim Guide Maribel

Um sieben trafen wir uns in der Lobby, mußten aber auf das „Geburtstagskind“ noch warten, das in einer nahegelegen Bar aufgehalten worden war. Maribel hatte für alle bei sich zuhause gekocht und lud uns ein (wir teilen die Einkaufskosten auf alle auf). Eigentlich wollte ich nicht wirklich mit, aber um sie nicht vor den Kopf zu stoßen, ging ich selbstverständlich mit. Übrigens teilte sie uns auch mit, daß wir einen Tag länger in Sucre bleiben würden (, was mir meine Quellen auch geflüstert hatten), das Hotel aber leider wechseln müßten, weil in unserem kein Platz mehr sei. Super, wo ich doch so froh über meine Dusche und das gute Bett war. Keiner hat eine Ahnung, was wir noch einen Tag länger in Sucre machen sollen und hier müßte eben etwas von GAP (bzw. Maribel) kommen, zumal nicht sicher ist, ob wir am Tag danach nach Potosi wegkommen. Die Minen sind jedenfalls nicht zu besichtigen, was ich wirklich bescheuert finde, weil man so etwas nicht woanders zu sehen bekommt. (Ähnlich ist es mit den Dinosaurierspuren hier in Sucre, aber die interessieren mich einfach nicht.) Jedenfalls gingen wir dann los zu Maribel, deren Wohnung in einem noch nicht vollkommen fertiggestellten Gebäude liegt. Sie hatte ihre Tochter und deren Freund zur Mithilfe verpflichtet und tischte dann auf. Doch zuvor wurde Kieran, das Geburtstagskind, mit Luftballons und einem ziemlich merkwürdigen Gefäß überrascht, aus dem er trinken sollte, was viel Heiterkeit mit sich brachte. Warum?  …

La Paz (18.7. – 26.7.2015)
Festsitzen in Sucre (29.7.)

   

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