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"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." – A. v. Humboldt

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Eine lokalspezifische Messe (26.2.2017)

Posted on Februar 26, 2017Mai 23, 2026 by hobbit

Da wir das Auto für 24h geliehen hatten, konnten wir es auch am folgenden Sonntag noch bis mittags benutzen. So fuhren wir die paar hundert Meter dekadent zur Kirche hinauf. Die Messe sollte zwar erst um neun beginnen, doch da eine Teilsonnenfinsternis kurz vor neun angekündigt war, brachen wir früher auf. Irgendwie fühlte ich mich allerdings müde und vor allem juckig, weil inzwischen so viele Mücken an meinen Beinen und Füßen Gefallen gefunden hatten, daß sie wie ein Streuselkuchen aussehen. Außerdem kann man ohne Schutz nicht so richtig in die Sonne blicken. Deswegen ging ich schon früher in die Kirche, um mir einen Platz zu sichern. Daß das ganz gut war, zeigte sich zu Beginn des Gottesdienstes. Die Kirche wurde richtig voll.

Die Messe wird hier von Rapa Nui Gesängen begleitet und zweisprachig (Rapa Nui und Spanisch) abgehalten, wobei die Predigt auf Spanisch erfolgt. Der an diesem Tag eloquente Pfarrer trägt einen interessanten Ornat, der ebenfalls als Mix der Kulturen betrachtet werden kann. Die Messe selbst dauert etwa eine Stunde, wird aber oft durch Gesang aufgelockert. Die Musiker (Gitarre, Trommel, Sänger) sitzen mitten unter den „Schäfchen“ und sind an ihren bunten „Hawai-Hemden“ zu erkennen. Der Gang in die Kirche hat sich auf jeden Fall gelohnt, um wenigstens einen gewissen Eindruck vom Kulturenmix zu erhalten.

Siesta und Sonnenuntergang

Da sich bald danach unsere Wege trennten (mein Zwei-Tages-Begleiter wurde gegen eins zum Flughafen gebracht), zog ich mich zurück, schrieb am Blog und hörte etwas Musik. Es war schön, endlich wieder ganz allein sein zu können. Als ich am späten Nachmittag wieder raus ging, mußte ich feststellen, daß Hanga Roa am Sonntagnachmittag ausgestorben ist. So wurde es ziemlich schwer, wenigstens ein einziges Mal hier etwas Richtiges zu essen zu bekommen. Doch schließlich fand ich an der Küste ein Restaurant, das geruhte, mir mit Pasta weiterzuhelfen. Doch freundlich und entgegenkommend sind sie hier nicht. Immer liegt der Fehler beim Touristen. Ich bestellte Pasta mit Tomatensauce, weil ich das Gemüse wegen der Zucchini nicht haben wollte. Und was kam? Pasta mit Gemüse. Als ich das bemängele, bekomme ich zu hören, ob ich denn sicher sei, daß ich wirklich Pasta mit Tomatensauce bestellt hätte. Unwirsch wird mir zwar angeboten, die Saucen zu tauschen, aber ganz ehrlich, wer will abgekratzte und ausgetauschte Saucen auf inzwischen kalten Nudeln essen?

Nach dieser Aktion schlenderte ich an der Küste entlang zu den Moais, hinter denen die Sonne ganz besonders schön untergehen sollte. Während des Wartens las ich ein wenig und genoß die letzten Sonnenstrahlen. Schließlich hielt ich in zahlreichen Fotos die untergehende Sonne in verschiedenen Stadien fest und ärgerte mich über meine Mini-Kamera, die einen Schaden im Objektiv hat. Ich half mir etwas mit der Kamera vom Handy, doch die ist auch relativ schlecht. Egal, insgesamt genoß ich diesen letzten Abend in der Südsee und freute mich gleichzeitig auf die Rückkehr in meine Hobbithöhle.

Inselrundfahrt (25.2.2017)
Abschied von Chile (27.2. – 28.2.2017)
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