Da das mit der Agentur am Abend nicht mehr geklappt hat, will ich sicher gehen und stehe um halb sechs auf, damit ich um sechs vor dem Laden stehen kann. Es regnet nicht, ist nur bewölkt, soweit ich das im Dunkeln erkennen kann. Doch ich stehe schließlich einsam vor der Tür. Der dort schlafende Hund hebt kurz seinen Kopf und denkt sich wohl, wie dämlich ich bin, hier herumzustehen und zu hoffen. Einige Nachteulen kehren heim, doch das ist alles. Also gehe ich zum Hotel zurück und haue mich für eine weitere Stunde aufs Ohr, um dann um 8.30 Uhr mit dem Bus zum Nationalpark zu fahren.
Durch diese hohle Gasse müssen sie alle
Die Busfahrt dauert eine Stunde und ich bin wieder so richtig müde. Nun ja, auch in dieser Nacht hat es etwas wenig Schlaf gegeben. Der Bus hält dann vor einem schmalen Zugang, an dem man seinen Eintritt zu bezahlen hat. Es gibt keine Karte, nur eine junge Mitarbeiterin, die den einzig gangbaren/ erlaubten Pfad auf einer Karte kurz erklärt (auf Spanisch selbstverständlich). Es sei alles sehr gut ausgezeichnet…
Hmm, gut, daß ich mir einen groben Überblick im Internet verschafft habe. Aber nur der eine Weg? Nicht die Wege zu den Aussichtspunkten? Ah, es gebe auch zwei auf dem erlaubten Seen-Rundweg, aber man sehe heute ohnehin nicht viel. Wie recht sie hatte! Also starten die etwa 20 Busleute zeitversetzt auf dem einen Weg, so daß man immer wieder die gleichen Leute sieht. So früh ist hier ansonsten kaum jemand unterwegs. Während ich so auf dem ersten Abschnitt wandere, überkommt mich immer größere Unlust. Der Wald sieht aus wie jeder Wald, die Araucaria sind hier noch nicht zu sehen, alles ist naß und manchmal extrem rutschig durch den Schlamm, sehen kann man nix, Tiere gibt es auch fast keine – abgesehen von einigen Vogelrufen und später Froschquaken – und überhaupt bin ich viel zu müde. So reift während des Aufstiegs mein Entschluß, nur bis nach oben zu gehen und dann den 2 Uhr Bus zurück zu nehmen. Dies setze ich auch in die Tat um, aber zuletzt muß ich mich sehr beeilen, um rechtzeitig an der Haltestelle zu stehen. Zurück in Pucón sichere ich mir mein Reservierungsgeld und lege mich dann ins Bett, um auszuruhen und etwas Musik zu hören. Der Tag plätschert noch so dahin…







