{"id":8226,"date":"2017-01-24T14:59:00","date_gmt":"2017-01-24T14:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/?p=8226"},"modified":"2026-05-23T19:46:35","modified_gmt":"2026-05-23T19:46:35","slug":"ruta-40","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/?p=8226","title":{"rendered":"Ruta 40"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ruta Nacional Quarenta (Ruta 40)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Stra\u00dfe ist ber\u00fchmt, da sie einmal von Norden nach S\u00fcden durch das argentinische Patagonien f\u00fchrt. Damit ist sie beinahe so ber\u00fchmt wie die Panamericana, die von Nordamerika bis nach Feuerland (sie endet in der Ruta 3, Argentinien) reicht. Sie ist allerdings auch ber\u00fcchtigt f\u00fcr ihre Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse und Einsamkeit. Hier zu trampen ist selbst im Sommer ein gewagtes Spiel, f\u00fcr das man Zeit mitbringen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil sie so einzigartig ist, wollte ich sie auf jeden Fall erleben. Zuerst hatte ich ja \u00fcber Selbstfahren nachgedacht, doch bei den Preisen f\u00fcr das Leihen von Autos verwarf ich diese Idee bereits vor Wochen zuhause. Also Busfahren! F\u00fcr manche Abschnitte ist es \u00fcbrigens empfehlenswert, sich ein Ticket im Voraus zu reservieren. Oder man darf etwas l\u00e4nger an einem Ort verweilen, weil der Bus bereits voll ist, wenn er ankommt, und er ohnehin nur jeden zweiten Tag Richtung Norden f\u00e4hrt. Gut, da\u00df ich das wei\u00df. Meine Tickets f\u00fcr die ersten beiden langen und besonders nachgefragten Abschnitte habe ich bereits in Ushuaia k\u00e4uflich erworben\u2026<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abschnitt 1 auf der Ruta 40: El Calafate \u2013 Perito Moreno<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genaugenommen bin ich schon auf der Fahrt nach El Calafate ein St\u00fcck auf der Ruta 40 unterwegs gewesen. Doch so richtig begonnen hat meine Tour erst mit der Abfahrt von El Calafate.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz nach 18 Uhr ging es los in Richtung Norden, auch wenn wir zuerst noch einen Abstecher (nur etwa 3 Stunden Umweg) nach El Chalten unternahmen. Mir standen 14 Stunden in einem Bus (semi-cama, d.h. Halb-Bett und ist auch ger\u00e4umiger als im Flugzeug) bevor, ohne jede Pause oder gar frische Luft, da die Klimaanlage wie so oft kaum den Ausd\u00fcnstungen der Menschen entgegen wirken konnte. Aber ich hatte einen Spitzenplatz, direkt vorn oben am Fenster. So wurde ich allerdings zuerst auch ein wenig gegrillt (s. Klimaanlage), da wir der Sonne entgegenstrebten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Sonnenuntergang wurde es daf\u00fcr dann kalt, bis sich alles in einem gleichm\u00e4\u00dfig warmen Mief relativiert hatte. Geschlafen habe ich nicht, aber immerhin ged\u00f6st. Und des Morgens einen sch\u00f6nen Sonnenaufgang genossen. Doch jetzt zur Ruta 40, die ich hier etwas n\u00e4her vorstellen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"614\" src=\"https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170126_061043.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8230\" srcset=\"https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170126_061043.jpg 1024w, https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170126_061043-300x180.jpg 300w, https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170126_061043-768x461.jpg 768w, https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170126_061043-850x510.jpg 850w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sonnenaufgang in Patagonien <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was geht noch als Stra\u00dfe durch?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe ja bereits ein paar Mal von den \u201eRipios\u201c erz\u00e4hlt. Urspr\u00fcnglich bestand diese famose Stra\u00dfe nur aus diesem Steinarsenal, das unheimlich knirscht und nur langsames Fahren erm\u00f6glicht. Doch im Laufe des zunehmenden Tourismus und dem damit verbundenen Busverkehr (jedenfalls im Sommer) wurde die Stra\u00dfe gr\u00f6\u00dftenteils geteert. Der Rest soll noch folgen, doch bei der Arbeitsgeschwindigkeit hier (noch viel langsamer als in Deutschland, allerdings sind die Entfernungen zwischen den Nachschubm\u00f6glichkeiten um ein Vielfaches gr\u00f6\u00dfer) wird die Fertigstellung wohl noch etwas dauern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch selbst wenn die Stra\u00dfe geteert wurde, dann nur mit so wenig Breite wie m\u00f6glich. Im Klartext: Es m\u00fcssen ein Bus und ein LKW aneinander vorbeipassen, doch bitte nicht fragen wie. Es erinnert an die Trabbi-Breiten auf deutschen Stra\u00dfen und dem Versuch, mit zwei dicken Westautos aneinander vorbeizukommen, ohne im Graben zu landen. Es ist wirklich so. Weil das so eng ist, reduzieren beide ihre Geschwindigkeit und selbst dann \u201epfeift\u201c es noch ganz sch\u00f6n oder der Bus wird leicht auf den (unbefestigten und ausgefransten) Rand getrieben. Man sieht daher entsprechend viele Reifenspuren auf dem Teer und im steinigen Randstreifen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben diesen oft sehr br\u00fcchigen Stra\u00dfenr\u00e4ndern \u2013 bei den Temperaturschwankungen hier kein Wunder \u2013 gibt es selbstverst\u00e4ndlich auch viele kleine und gr\u00f6\u00dfere L\u00f6cher mit mehr oder minder guter Ausbesserung. Aber immerhin ist die Mitte markiert, das \u00dcberholen an vielen Stellen verboten \u2013 wen schert es? \u2013 und man wird vor in die Stra\u00dfe einm\u00fcndenden Zufahrtstra\u00dfen gewarnt. Warum eigentlich? Sollte durch Zufall sich tats\u00e4chlich einmal ein Auto auf einer dieser Stra\u00dfen auf die Ruta 40 zubewegen, dann kann es nicht \u00fcbersehen werden. Es sei denn, es w\u00e4re kleiner als ein niedrigwachsender Busch und k\u00f6nnte sich hinter ihm verstecken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rund um die Ruta 40: die patagonische Steppe<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben Sommer, es ist also trocken. Das ist immer dann sehr auff\u00e4llig, wenn wir eine \u201eMinibr\u00fccke\u201c \u00fcberqueren, vor der zuvor ein Schild \u201eRio X\u201c angek\u00fcndigt hat und \u2026 weit und breit kein Flu\u00df zu sehen ist. Ich gebe zu, man erkennt das Flu\u00dfbett und manchmal sieht man sogar ein Rinnsal, aber es ist trocken. Rechts und links der Stra\u00dfe ist es in unterschiedlichen Abstufungen gelb bis braun, mit kleinen gr\u00fcnen Farbtupfern erg\u00e4nzt, wenn dort etwas mehr Feuchtigkeit vorhanden ist. Alles w\u00e4chst sehr niedrig, vielleicht 20-40cm hoch. Das Land selbst ist manchmal leicht wellig, ansonsten flach, so da\u00df man sehr weit sehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Stra\u00dfe kann man das eine oder andere \u00fcberfahrene Tier, meist Hasen oder F\u00fcchse, betrauern. Doch das Aas liegt hier nicht lange, da z.B. der Caracara trotz Verkehr \u201caufr\u00e4umt\u201c. Ist man sehr weit von jedweder menschlicher Behausung entfernt, fehlen die Nutztiere (Schafe, K\u00fche, Pferde) am Rand und man trifft nur noch auf Guanacos, Nandus (auch mit ihren lieben Kleinen), F\u00fcchse und eher selten Wildpferde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">An der Ruta 40 gelegen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab und zu sieht man auch eine alte Br\u00fccke der alten Stra\u00dfenf\u00fchrung, die einfach stehen gelassen wurde, weil ein Abtragen anscheinend zu m\u00fcheselig gewesen w\u00e4re. In der N\u00e4he der sehr sp\u00e4rlich verteilten Siedlungen gibt es Minischreine, deren Zugang mit alten Plastikflaschen markiert ist. Ansonsten wird die Ruta 40 von Schildern und \u00dcberlandleitungen begleitet. Parkpl\u00e4tze? Tankstellen? Versorgungsm\u00f6glichkeiten? Bitte bis zum n\u00e4chsten Ort warten \u2026 Und wann kommt der? Nun ja, das kann man sicher nicht pauschal beantworten, aber durchschnittlich 100km anzunehmen, kommt der Tatsache recht nahe. Man sollte deswegen sehr genau wissen, wie lange die eigene Tankf\u00fcllung reicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem ersten Abschnitt (500km nur auf der Ruta 40) habe ich insgesamt zwei Orte gez\u00e4hlt, durch die wir gekommen sind. Auf dem zweiten Abschnitt (450-500km) waren es sogar ganze drei Orte. Man k\u00f6nnte auch von Siedlungen sprechen und in zwei F\u00e4llen vielleicht sogar von Kleinst\u00e4dten, da diese Ort mehr (geteerte) Stra\u00dfen als nur die eine Hauptstra\u00dfe aufwiesen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"720\" style=\"aspect-ratio: 1280 \/ 720;\" width=\"1280\" controls src=\"https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ruta40.mp4\"><\/video><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ganz vorne oben im Bus &#8230;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abschnitt 2 auf der Ruta 40: Perito Moreno \u2013 Esquel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Tage nach meinem ersten langen Ritt auf der 40 stand ich morgens am \u201eHauptbahnhof\u201c von Perito Moreno und wartete, wartete und wartete. Der normalerweise f\u00fcr diese Distanzen erstaunlich p\u00fcnktliche Bus kam nicht. Informationen gibt es selbstverst\u00e4ndlich keine. Als er dann aber doch erschien, lud er die Leute aus und \u2026 fuhr erst einmal davon. Wieder ohne irgendeine offizielle Information. Da ich den Busbegleiter gefragt hatte, war ich mir ziemlich sicher, irgendetwas von \u201ein Ordnung bringen\u201c verstanden zu haben. Man kann sich die Panik bei einigen vorstellen, als der Bus einfach davonfuhr. Und niemand konnte annehmen, er wolle nur tanken, denn die Tankstelle befindet sich in Perito Moreno direkt neben dem Terminal. Da half nur warten\u2026 Inzwischen kam sogar schon der n\u00e4chste Bus, der allerdings ebenfalls seine Leute ausspukte und verschwand.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"614\" src=\"https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170128_085654.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8232\" srcset=\"https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170128_085654.jpg 1024w, https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170128_085654-300x180.jpg 300w, https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170128_085654-768x461.jpg 768w, https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20170128_085654-850x510.jpg 850w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">User Comments<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch schon kam mein Bus zur\u00fcck und nahm alle wieder auf. Das Gep\u00e4ck der Neuen an Bord wurde noch irgendwie in den Gep\u00e4ckraum hineingequetscht und, als dort kein Platz mehr war, mu\u00dfte der Busfahrer Rucks\u00e4cke als seine Beifahrer akzeptieren. Nach diesem Schieben und Stopfen ging es mit nur 1,5 Stunden Versp\u00e4tung los.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Busfahrer dr\u00fcckte m\u00e4chtig auf die Tube, soweit er konnte, man erinnere sich an die Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse. Die zul\u00e4ssige H\u00f6chstgeschwindigkeit liegt auf den ausgebauten Stra\u00dfen bei 80 bis 100 km\/h, auf den Ripios bei 40 bis 60 km\/h oder notwendigerweise darunter. Dies erkl\u00e4rt dann wohl auch, warum man bei einer Gesamtstrecke von rund 500km sieben Stunden Fahrtzeit (wieder ohne jede Pause, nicht einmal ein Fahrerwechsel) anvisiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tja, anvisieren und erreichen sind nicht dasselbe. In diesen Pl\u00e4nen ist eine exzessive Polizeikontrolle beispielsweise nicht vorgesehen, die uns an einer T-Kreuzung mitten im Nirgendwo ereilte. Penibel wurden alle P\u00e4sse kontrolliert und die Sachen in der Ablage \u00fcber den Sitzen inspiziert. Doch immerhin blieb uns eine Gep\u00e4ckkontrolle erspart. Wer wei\u00df, vielleicht h\u00e4tten die Busfahrer dar\u00fcber dann doch einmal ihre Ruhe verloren. Auch Baustellen, an denen zwar niemand arbeitet, die dennoch eine Umleitung \u00fcber einen Ripio mit sich bringen, verlangsamen das Vorankommen. Schlie\u00dflich erreichte ich Esquel durchgeschwitzt (keine Klimaanlage) am fr\u00fchen Abend mit nur zwei Stunden Versp\u00e4tung. Wie sehr ich das Aufstehen, das Verlassen meines spanischen Sitznachbarn (, der plitscheplattbreit in seinem Sitz residierte und meinen Aktionsraum unm\u00e4\u00dfig einengte) und die frische Luft genossen habe, kann man sich sicher vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abschnitt 3 auf der Ruta 40: Esquel \u2013 El Bols\u00f3n<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden folgenden Abschnitte sind deutlich k\u00fcrzer. Mit dem Erreichen von Esquel habe ich eine imagin\u00e4re Grenze in Patagonien \u00fcberschritten. Die Landschaft hat sich massiv ge\u00e4ndert, ist etwas fruchtbarer (gr\u00fcner) geworden und dementsprechend gibt es nun wieder mehr Menschen und Ortschaften bzw. St\u00e4dtchen. Dieser Streckenabschnitt ist etwa 250km lang und sollte in drei Stunden zu bew\u00e4ltigen sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abschnitt 4 auf der Ruta 40: El Bols\u00f3n \u2013 San Carlos de Bariloche<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein letzter Abschnitt auf der sagenumwobenen Ruta 40 ist noch einmal etwas k\u00fcrzer als der vorangegangene.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ruta Nacional Quarenta (Ruta 40) Diese Stra\u00dfe ist ber\u00fchmt, da sie einmal von Norden nach S\u00fcden durch das argentinische Patagonien f\u00fchrt. 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