{"id":7291,"date":"2019-01-26T20:01:00","date_gmt":"2019-01-26T20:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/?p=7291"},"modified":"2026-04-11T08:11:19","modified_gmt":"2026-04-11T08:11:19","slug":"ausflug-zu-den-vulkanen-26-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/travel.andrea-beyer.com\/?p=7291","title":{"rendered":"Ausflug zu den Vulkanen (26.1.)"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Schlafproblem (Grund f\u00fcr die verz\u00f6gerten Berichte, sry) wurde also nur noch gr\u00f6\u00dfer, da die Disko bis um 3 Uhr ihre B\u00e4sse erdr\u00f6hnen lie\u00df. Nun kamen aber noch Dauerkopfschmerzen hinzu, die auch mit den bew\u00e4hrten Mittel nicht mehr auszuschalten waren. Vollkommen ger\u00e4dert stand ich fr\u00fcher auf als notwendig, um mich auf meinen Trip zu den Vulkanen vorzubereiten. Der Treffpunkt lag nicht allzu weit entfernt und sollte um 6.40 Uhr erreicht sein. Also verlie\u00df ich &#8211; im Roman hie\u00dfe es: mit blutunterlaufenen Augen &#8211; mein Zimmer recht fr\u00fch, um noch kurz in der Rezeption nach etwas Obst &#8211; Vorgriff auf mein bezahltes Fr\u00fchst\u00fcck &#8211; zu fragen. Den Typen dort kannte ich schon. Ich klagte ihm mein Leid und bat um besagtes Obst. Er tat sein Bestes, aber er konnte nur zwei seltsame Orangen auftreiben. Schlie\u00dflich gab er mir sein eigenes Essen, eine Pampelmuse (toronja). Er war wirklich \u00e4u\u00dferst hilfsbereit und wir tauschten uns noch dar\u00fcber aus, wo ich zu Obst kommen k\u00f6nnte. Bleibt festzuhalten: nicht im historischen Zentrum und beim gar nicht zu weit entfernt liegenden Markt sollte ich nur ja vorsichtig sein, weil ich als Ausl\u00e4nder vor Diebst\u00e4hlen oder anderem nicht sicher sei. Ein Blick auf die Uhr sagte mir jedoch, da\u00df ich mich nun sputen mu\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Treffpunkt fand ich \u00fcberraschend viele Menschen vor, aber es stellte sich schnell heraus, da\u00df hier mehrere Touren ihren Abholort haben. Guide und Fahrer waren p\u00fcnktlich, andere Teilnehmer sa\u00dfen schon im Minibus. Um Punkt 7 Uhr ging es dann los. Etwa zwei Stunden Fahrt standen uns bevor, bei der ich viel von der Stadt sah. So sa\u00df ich auf meinem Einzelplatz, lauschte meiner Musik und schaute neugierig hinaus. Die wenigen Erkl\u00e4rungen, halt nein, eigentlich \u00fcberhaupt keine Erkl\u00e4rungen zu den Vulkanen, bekam ich trotzdem mit. Ein kurzer Zwischenstop mit der letzten M\u00f6glichkeit eines &#8222;normalen&#8220; bano hielt uns kaum auf, so da\u00df wir recht z\u00fcgig vorankamen. Schlie\u00dflich kurvten wir auf einer engen Stra\u00dfe hinauf und hinauf, bis wir einen Aussichtspunkt auf den Popocatepetl, &#8222;der immer sch\u00e4umt&#8220;, erreichten. Sehr zu meinem Genu\u00df rauchte bzw. schnaubte er dann auch tats\u00e4chlich etwas, was cool aussah. Allerdings bemerkte ich, da\u00df die Kopfschmerzen zu einem \u00e4rgerlichen Problem werden w\u00fcrden, wenn wir hier von 3900 auf 4400m klettern wollen w\u00fcrden. Kopfschmerzen zu haben, ist keine optimale Voraussetzung, um der H\u00f6henkrankheit zu entgehen. Schon eine schnelleres Ann\u00e4hern an den Bus lie\u00df meinen Kopf fast explodieren. Noch ein Tablettchen also&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss fuhren wir mit unserem nicht gel\u00e4ndef\u00e4higen Minivan \u00fcber eine Schlaglochstra\u00dfe, die es in sich hatte, bis wir den Ausgangspunkt f\u00fcr unsere Wanderung erreichten. Nach dem Aussteigen schien es zun\u00e4chst mit dem Kopf wieder zu gehen (und f\u00fcr die Luftaufnahme hatte ich meine Lungen mit dem Spray vorbereitet). Wir begannen langsam den Aufstieg auf einem schmalen Pfad, auf dem uns immer wieder einige entgegenkamen, die sogar bis auf die Spitze des Vulkans (Itzlipochtli (?) &#8211; die schlafende Frau) in 5400\/5600m H\u00f6he geklettert waren. Dagegen war unsere Tour nur eine wenig anspruchsvolle Wanderung durch das Gel\u00e4nde. Tja, trotzdem blieben schnell einige zur\u00fcck und kehrten um. Ich bem\u00fchte mich zwar sehr, an den anderen dran zu bleiben, doch in meinem Kopf h\u00e4mmerte es und nach etwa einer Stunde ultralangsamen Aufstiegs wurde mir beim Gehen schlecht und etwas wirr im Kopf. Gegen\u00fcber den anderen behauptete ich zwar standhaft, da\u00df es nur die Kopfschmerzen seien, aber mich hatte mal wieder die H\u00f6henkrankheit erwischt. So ein Mist! Aber als ich davon das letzte Mal betroffen war, ging es mir ebenfalls nicht gut. Bei den anderen Malen, sogar h\u00f6her als heute, hatte ich hingegen keine Probleme. Es liegt also nur an der Tagesfitness, jedenfalls bei mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einem Grat warteten die anderen auf mich, wie ich von weiter unten sah. Ich mu\u00dfte es doch schaffen! Ein paar Schritte gehen, Luft holen und wieder etwas Sauerstoff in die Beine bekommen, die \u00dcbelkeit abklingen lassen und weiter. Das wiederholte ich, bis ich endlich auch auf diesem Grat angekommen war und dann einfach nur auf einen Stein fiel und streikte. Die anderen sollten weitergehen, aber ohne mich. Ich ruhte mich aus, geno\u00df die Aussicht und fror ein wenig, weil es da oben windig war, ohne da\u00df es richtig windig gewesen w\u00e4re. Leider war es nicht still, weil immer wieder andere Wanderer und Bergsteiger vorbeikamen und hier pausierten. Tiere waren auch keine zu sehen &#8211; ganz anders als in Patagonien, aber dort gibt es ja auch nicht so unendlich viele Menschen. Nach gen\u00fcgend Erholung begann ich mit meinem langsamen Abstieg, der zuerst immer wieder von zur\u00fcckkehrenden \u00dcbelkeit \u00fcberschattet war. Eigentlich legte sich diese sogar bis zum Van nicht, aber es wurde besser. Wie immer, wenn man zu der f\u00fcr einen noch vertr\u00e4glichen H\u00f6he gelangt. Es h\u00e4tte eine so sch\u00f6ne Wanderung sein k\u00f6nnen, weil wir letztlich ja jeder f\u00fcr uns gehen konnten, doch nein, ich war von den durchwachten N\u00e4chten so platt, da\u00df einfach nichts mehr ging.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem alle wieder beim Bus angelangt waren, fuhren wir zuerst auf der schauerlichen Stra\u00dfe &#8211; \u00dcbelkeit war noch nicht ganz weg &#8211; zur\u00fcck und bogen dann auf die Bergstra\u00dfe ein. Auf dem halben Weg hinunter ins Tal hielten f\u00fcr ein einheimisches Mittagessen, das auf traditionell arme Weise zubereitet wurde. Ich verzichtete und hatte dank der \u00dcbelkeit etc. eine angenehme Ausrede. Die anderen waren unterschiedlich angetan, a\u00dfen aber z.T. ganz gut, so da\u00df die beiden Frauen wenigstens ein wenig verdient haben. Effizient kochen k\u00f6nnen sie ganz bestimmt, es sah n\u00e4mlich so aus. Trotzdem war ich froh, nichts zu mir genommen zu haben. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Nach diesem Intermezzo setzten wir die R\u00fcckfahrt fort, brauchten jedoch wegen des hohen Verkehrsaufkommens zu dieser Zeit recht lange, bis wir in der N\u00e4he meines Ausgangspunktes abgesetzt wurden. Ohne gro\u00dfes Verabschieden sprang ich aus dem Bus und verschwand in der Menge. Ich wollte mich nur hinlegen und meine Kopfschmerzen loswerden. Schon auf dem Weg ins Hostel fa\u00dfte ich den Entschlu\u00df, etwas gegen mein Unwohlsein zu tun, d.h. die Unterkunft zu wechseln. Noch so eine Nacht und mein Urlaub w\u00fcrde mich in den Wahnsinn treiben. Ich recherchierte also via Internet und fand nach einiger Zeit ein Hotel, das schallschutzisolierte Fenster sein eigen nannte. Bei allen anderen Unterk\u00fcnften in der n\u00e4heren Umgebung gab es in den Bewertungen immer wieder den Hinweis auf Diskos, d\u00fcnne W\u00e4nde und ger\u00e4uschintensive N\u00e4chte. Nicht mehr mit mir, dachte ich, und ging zum Hotel, wo ich direkt das Zimmer f\u00fcr die n\u00e4chsten drei N\u00e4chte buchte. Wer billig kauft, kauft zweimal, gilt auch bei Unterk\u00fcnften, aber ich hatte auch die Bauart der Mexikaner und deren Ger\u00e4uschunempfindlichkeit untersch\u00e4tzt. Interessant ist, da\u00df schon das Buchen des Zimmers und die Aussicht auf eine ruhige Nacht mein Wohlbefinden gewaltig steigen lie\u00dfen. Eins, zwei, drei war ich wieder im Hostel, warf meine Siebensachen zusammen, schulterte alles und checkte aus. In der neuen Unterkunft angekommen bewunderte ich dann das gro\u00dfe Bad ohne seltsame Zus\u00e4tze an den Armaturen und lauschte der Stille. Naja, Stille ist dann doch \u00fcbertrieben, da auch hier die W\u00e4nde d\u00fcnn sind, aber die meisten Nachbarn verhalten sich recht ruhig. Doch von drau\u00dfen ist kaum etwas zu h\u00f6ren. Ich ging nur noch einmal los, um etwas zu essen und Wasser zu holen. Auf dem R\u00fcckweg traf ich an der Kathedrale auf viele Leute, die hier gemeinsam einen Azteken-Tanz tanzten, und schaute ihnen eine Weile zu. Inzwischen ging es mir wieder ganz gut, selbst die elenden Kopfschmerzen waren weg. So lie\u00df ich den Samstagabend, der f\u00fcr die Mexikaner <strong>der <\/strong>Abend in der Woche ist, gem\u00fctlich ausklingen und ging nach meiner R\u00fcckkehr ins Hotel gleich einmal eine Runde ungest\u00f6rt schlafen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schlafproblem (Grund f\u00fcr die verz\u00f6gerten Berichte, sry) wurde also nur noch gr\u00f6\u00dfer, da die Disko bis um 3 Uhr ihre B\u00e4sse erdr\u00f6hnen lie\u00df. Nun kamen aber noch Dauerkopfschmerzen hinzu, die auch mit den bew\u00e4hrten Mittel nicht mehr auszuschalten waren. 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