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"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." – A. v. Humboldt

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Die 5000m-Marke ist geknackt! (15.8.2014)

Posted on August 15, 2014Juni 3, 2026 by hobbit

Heute morgen werde ich um acht – vorher Frühstück mit Wasserbad und emails – von Juan abgeholt, mit dem ich zum Nationalpark Cotopaxi fahren will. Auf der eineinhalbstündigen Fahrt unterhalten wir uns und er erzählt mir einiges als guide. Zwischendurch fragt er immer mal, was was auf deutsch heißt, weil er angefangen hat, deutsch zu lernen. So mischt sich in unsere englische Unterhaltung immer wieder spanisch und deutsch. Am Eingang zum Nationalpark zahlt Juan den Eintritt von 40$ (wobei ich später aus einem Gespräch zu verstehen scheine, dass es für mich allein doch nur 20$ waren, aber falls ja, dann ist das eben sein tipping) und wir fahren immer weiter hinauf. Die zuerst noch geteerte Straße wird bald zur Schotterstraße, um dann in eine halbe Buckelpiste überzugehen. Wir ruckeln auf ihr bis zum Parkplatz in 4200 m Höhe. Dort warnt mich Juan vor dem Aussteigen vor dem starken Wind, auch, damit ich nicht etwa versehentlich die Autotür loslasse und sie dadurch kaputt geht. Jedenfalls verpacken wir uns dann gut, um nicht beim Aufstieg zu erfrieren. Aufstieg? Jo, zuerst einmal bis zur Rettungshütte auf 4800 m. Diese 600 m sind echt krass. Es geht stetig steil bergauf, wobei der Hang aus grobkörnigem Geröll besteht, so dass man praktisch immer auch ein wenig wieder abrutscht. Und die Sauerstoffaufnahme wird fast zur Qual. Dies bemerken vor allem meine Beine sehr schnell, die leicht zittrig werden. Ich schnaufe auf den Berg mit vielen kurzen Pausen hinauf und verfluche den Gegenwind, der das Atmen deutlich erschwert. Hinzu kommen ab und zu feine Eispixel, die gut im Gesicht stechen. Tja, das Wetter meint es nicht so gut, vor allem weil es so wolkig-feucht ist. Aber ich komme oben an! Von einer Höhenkrankheit ist nichts zu spüren und die Atmung reguliert sich schnell, wenn ich nicht hochsteigen muss. Oben sehe ich, dass sie an der Hütte erst bauen. Das Baumaterial transportieren Esel vom Parkplatz hinauf. Arme geduldige Viecher.

Weil ich unbedingt einen Gletscher aus der Nähe sehen will, gehen wir weiter. Bei etwa 5000/5100 m erreichen wir die Ausläufer der Gletscher, machen Fotos – also ich natürlich – und kehren dann wieder um. Übrigens haben wir beim Aufstieg sogar drei Männer und deren guide überholt, gute Kondition meinerseits, wa? Für den Aufstieg bis zur Spitze (5897 m) braucht man sechs Stunden, weil man ein wenig drum herumläuft, erklärt mir Juan. Das kommt dann wohl doch nicht in Frage, schade. Was hätte ich damit angeben können… Aber egal, wie viele sind schon auf über 5000 m gestiegen? Ein persönlicher Rekord ist das allemal. Der Abstieg gestaltet sich geradezu entspannt, auch wenn ich mich konzentrieren muss, nicht zu stürzen. Ich rutsche weitgehend den Hang auf dem Geröll hinunter, was sogar für meine Knie ganz angenehm ist, da es die Wucht ein wenig abfedert. Ich komme mir allerdings wie eine kleine lebendige Lawine vor. Wieder auf dem Parkplatz angekommen fahren wir zu einem etwas tiefer gelegenen See (3800/4000m), an dem wir entlang spazieren. Als ich ihn aber umrunden will, geht mein guide lieber zurück, weil er vom Abstieg Knieschmerzen hat. Also gehe ich allein, auch ganz nett, zumal der Weg eh nicht breit genug für zwei nebeneinander ist. Die Vegetation ist interessant, alles flachwachsend mit einzelnen Blühern. Baldrian gibt es viel… Auf dem Rückweg überhole ich zwei Spanier, die mich fragen, ob wir sie ein Stück mitnehmen können, weil sie sich in der Abholzeit mit ihrem Taxi verschätzt haben. Nach einem kurzen Talk mit Juan nehmen wir sie mit und setzen sie an einer Station im Park ab. Wir kehren dann nach Quito zurück, was aber wegen des Berufsverkehrs diesmal fast 2,5 h dauert. Ich bin ziemlich müde von der Tour, aber gleichzeitig lebendig, weil ich heute so hoch gestiegen bin. 

Im Hotel angekommen erlebe ich allerdings beim email-check eine böse Überraschung. Warum auch immer, aber gadventures kann mir meinen beabsichtigten Flug nur noch für 1800€ anbieten. Außerdem ist die gesetzte Frist zur Bestätigung um und, wie das überhaupt funktionieren soll, ist mir nicht ersichtlich. Also rufe ich hier in Quito in der Zentrale an, bin aber zu kaputt und aufgeregt, um mich gut auszudrücken. Am Ende des Telefonats weiß ich immer noch nicht, warum es plötzlich so viel teurer ist, und will auch gar nicht per Telefon das Ganze bestätigen. So gehe ich ins Internet – nach einem kurzen Gespräch mit dem Hotelmenschen hier, der immer sehr hilfsbereit ist – und lande bei opodo auf der Suche nach billigen Flügen. Dort verschaffe ich mir einen Flug über Madrid, später als gedacht, mit Billigfliegern, aber der Hotelier versichert mir, er sei so schon oft geflogen, weil er eine Weile in Europa gelebt hat. Ich kann jetzt nur hoffen, dass diesmal alles klappt und opodo korrekt arbeitet. Bis jetzt habe ich nämlich noch keine Flugbestätigung…

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